Die Vereinbarung verschafft TikTok-Creators offiziellen Zugriff auf Disney-Inhalte und soll das Angebot an Kurzvideos auf Disney+ ausbauen.
TikTok-Videos kommen zu Disney+. Damit werden Spider-Man und Moana zu offiziellen TikTok-Stars.
Der Technologiekonzern und der Unterhaltungsgigant haben eine nach eigenen Angaben „einzigartige“ Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung von Inhalten geschlossen. Disney-TikTok-Videos können damit parallel auf beiden Plattformen laufen.
Kreative erhalten Zugriff auf Disney-Material. Eine „sorgfältig kuratierte“ Auswahl der Videos von Creatorinnen und Creatoren, die mitmachen, erscheint sowohl auf TikTok als auch in den Verts auf Disney+ – den vertikalen Videoformaten des Unternehmens.
Zu den finanziellen Konditionen machten die Unternehmen keine Angaben.
„Die besten Geschichtenerzähler sind zuerst Fans“, sagte Asad Ayaz, Marketing- und Markenchef von Disney. „Das war bei Disney schon immer so. Heute feiern Fans unsere Geschichten auf völlig neue Art.“
„Diese Zusammenarbeit schlägt eine neue Brücke zwischen den Geschichten, die wir erzählen, und der Kreativität, die sie auslösen“, ergänzte er in einer Mitteilung. „Sie gibt Kreativen eine größere Bühne für ihre Werke und bietet dem Publikum auf Disney+ jeden Tag mehr zu entdecken.“
Die Unternehmen kündigen zudem an, „führende Creatorinnen und Creator“ mit besonderen Prämien zu belohnen. Sie sollen mehr Sichtbarkeit erhalten, Zugang zu exklusiven Veranstaltungen und neue Möglichkeiten für die berufliche Entwicklung.
Die Partnerschaft startet zunächst in den USA. Später soll das Angebot auf weitere Märkte ausgeweitet werden.
Die Vereinbarung unterstreicht die Bedeutung von Kurzvideo-Inhalten und die anhaltende Popularität von TikTok. Laut dem Pew Research Center zählt die Plattform in den USA mehr als 200 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Zugleich erkennen die Unternehmen damit die Wirkung engagierter Fangemeinden an, wenn es darum geht, Publikum zu erreichen.
Die Kooperation erinnert an die Ankündigung aus dem vergangenen Jahr, Disney wolle 1 Milliarde Dollar in OpenAI investieren. Figuren wie Micky Maus und Luke Skywalker sollten über das Video-Tool Sora der KI-Firma zum Leben erweckt werden.
Die dreijährige Vereinbarung, die einem externen Anbieter die Nutzung von Disneys geistigem Eigentum erlauben sollte, kam jedoch nicht zustande. OpenAI stellte Sora nach heftiger Kritik an mit dem Tool erzeugten rassistischen und gewalttätigen Inhalten wieder ein. Viele in Hollywood begrüßten das Aus. Sora galt als Risiko für die Kreativbranche und für den rechtmäßigen Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten.