Fans von Harry Potter haben ein Millionenprojekt für eine Stromleitung zwischen Großbritannien und Irland gestoppt, weil es die Gedenkstätte für Dobby gestört hätte.
Um Professor McGonagalls Schlachtruf leicht abzuwandeln: „Piertotum Locomotor! Dobys Grab ist bedroht!“
Ein 430-Millionen-Pfund-Projekt (502 Millionen Euro) für ein Überland- und Unterseekabel zwischen Großbritannien und Irland hat eine neue Route bekommen, nachdem Harry-Potter-Fans entdeckt hatten, dass die ursprüngliche Trasse eine Gedenkstätte für den Hauself Dobby gestört hätte.
Die 190 Kilometer lange Hochspannungsleitung Greenlink soll Strom von Großbritannien nach Irland liefern. Eigentlich sollte sie zwischen dem County Wexford in Irland und dem Strand Freshwater West in Pembrokeshire in Wales verlaufen. An diesem Strand wurde die Todesszene von Dobby im Film Harry Potter And The Deathly Hallows – Part One von 2010 gedreht.
Seitdem ist der Strand zu einem beliebten Pilgerort für Fans geworden. Sie errichteten dort eine Gedenkstätte für Dobby und legten bemalte Steine und Socken als Zeichen ihrer Verehrung für den gefallenen Helden nieder.
Der National Trust, Europas größte Naturschutzorganisation, stimmte 2022 zu, dass die Gedenkstätte bleiben darf. Zugleich bat er die Fans jedoch, aus Umweltschutzgründen keine Socken mehr zurückzulassen.
Als die Fans erfuhren, dass das Greenlink-Projekt mitten durch Dobys Denkmal führen sollte, liefen sie Sturm.
In einem Interview im Podcast „The Energy Revolution“, das am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde, schilderte Simon Ludlam, Chef des Beratungsunternehmens Etchea Energy, wie die Pläne zu „Hunderten von Anrufen“ wütender Harry-Potter-Fans führten.
„Er ist eine fiktive Figur in einem fiktiven Buch, alles ist fiktiv – worüber reden wir hier?“, fragte Ludlam einen Kollegen, der ihn auf den Aufschrei aufmerksam gemacht hatte und darauf beharrte, dass die Sache „sehr, sehr ernst“ sei.
„Also haben wir uns wieder mit den Planern zusammengesetzt und genau diskutiert, wie wir das Kabel verlegen können, damit wir nicht länger durch Dobys Grab gehen“, erklärte Ludlam. „Viele Menschen waren darüber sehr glücklich und das Projekt läuft jetzt – und Dobby ist auch zufrieden.“
Das Projekt ging 2025 ans Netz und kann nun 380.000 Haushalte mit Strom versorgen. Dobys Grab bleibt unberührt. Die Zauberstäbe können wieder eingesteckt bleiben.