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Neue Pille verbessert Cholesterinwerte bei Herzinfarktrisiko, Studie zeigt

Neues experimentelles Medikament zum Einnehmen senkt das „schlechte“ Cholesterin um 60 Prozent, zeigt eine neue Studie.
Eine neue Studie zeigt: Ein experimentelles Medikament zum Einnehmen senkt das 'schlechte' Cholesterin um sechzig Prozent. Copyright  Canva/Cleared
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Eine neue Tablette in der letzten Phase klinischer Studien senkt bei Hochrisikopatienten das schädliche Cholesterin um rund sechzig Prozent.

Eine neue Tablette hat bei Menschen, die trotz Behandlung weiterhin ein hohes Risiko für Herzinfarkte haben, das die Arterien verstopfende Cholesterin gesenkt. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

Die noch in der Erprobung befindliche Tablette mit dem Wirkstoff enlicitid senkte den Spiegel des Lipoproteins niedriger Dichte (LDL), besser bekannt als „schlechtes“ Cholesterin, um bis zu sechzig Prozent. Veröffentlicht wurde die Studie im New England Journal of Medicine.

„Weniger als die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit gesicherter atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung erreicht derzeit die angestrebten LDL-Cholesterinwerte“, sagte Ann Marie Navar, die die Studie am UT Southwestern Medical Center leitete.

Eine so wirksame orale Therapie wie enlicitid könnte unsere Möglichkeiten, Herzinfarkte und Schlaganfälle in der Bevölkerung zu verhindern, deutlich verbessern, ergänzte sie.

Statine, verschreibungspflichtige Medikamente, die die Cholesterinproduktion in der Leber bremsen, bleiben bislang die gebräuchlichste Methode, um schlechtes Cholesterin zu senken.

Für manche Menschen reichen selbst höchste Statin-Dosen jedoch nicht aus. Sie brauchen zusätzliche Hilfe, um auf gesunde Werte zu kommen.

LDL-Cholesterin trägt zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei, wenn sich seine Partikel in den Gefäßwänden ablagern und eine Atherosklerose auslösen – ein Prozess, der Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen kann.

Das Senken des schlechten Cholesterins ist nach Angaben der Forschenden ein Eckpfeiler der Vorbeugung bei Risikopersonen. Es mindert außerdem das Risiko weiterer Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Menschen, die bereits betroffen sind.

In Europa gehen fast ein Drittel der herz-kreislaufbedingten Erkrankungen und Todesfälle auf unkontrolliertes Cholesterin zurück. Laut aktuellen Daten betrifft es mehr als fünfzig Prozent der Erwachsenen.

Wie lief die klinische Studie ab?

Die Forschenden testeten die Tablette an fast dreitausend Patientinnen und Patienten, die entweder bereits eine Atherosklerose hatten oder aufgrund anderer Erkrankungen ein erhöhtes Risiko dafür aufwiesen.

Zwei Drittel der Teilnehmenden erhielten das Prüfpräparat, ein Drittel ein Placebo.

Nach 24 Wochen lag ihr LDL-Cholesterin bei Einnahme von enlicitide im Vergleich zur Placebogruppe um rund sechzig Prozent niedriger.

Die Forschenden stellten außerdem fest, dass enlicitide weitere Blutfettmarker, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen, deutlich senkte – darunter Non-HDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Lipoprotein(a). Diese Effekte blieben auch im einjährigen Nachbeobachtungszeitraum stabil.

„Derart starke LDL-Senkungen haben wir mit einem oral einzunehmenden Medikament seit der Entwicklung der Statine noch nie erreicht“, sagte Navar.

Die Studie hat Grenzen: Das Mittel wurde bisher noch nicht im klinischen Alltag eingesetzt. Die Untersuchung lief rund ein Jahr und prüfte nur, ob das „schlechte“ Cholesterin sinkt. Ob das Medikament Herzinfarkte oder Schlaganfälle tatsächlich verhindert, ist noch offen; dafür braucht es deutlich längere Studien.

Die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration hat dem Präparat jedoch einen sogenannten National Priority Voucher zuerkannt, der das Zulassungsverfahren beschleunigen soll.

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