Die WHO will weiter eng mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiten, um Ursachen und Ausbreitung des Ausbruchs gründlich zu untersuchen.
Der Hantavirus-Ausbruch, der im vergangenen Monat weltweit Schlagzeilen machte, soll nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO am zweiten Juli offiziell enden.
Bei einer Pressekonferenz in Genf am Mittwoch erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Zahl der Hantavirus-Fälle liege weiterhin bei 13, darunter drei Todesfälle.
- Seit der Ausbruch am zweiten Mai der WHO gemeldet wurde, haben die Behörden mehr als 650 Kontaktpersonen in 33 Ländern und Gebieten ermittelt.
„Bis auf 54 Kontaktpersonen haben alle ihre Quarantänezeit bereits beendet. Die übrigen sollen ihre Quarantäne bis zum zweiten Juli abschließen“, sagte Ghebreyesus.
Sollten bis dahin keine weiteren Fälle gemeldet werden, betrachtet die WHO den Ausbruch als beendet, fügte er hinzu.
Der Hantavirus-Ausbruch hatte international Besorgnis ausgelöst, nachdem eine Gruppe von Passagieren auf einem Kreuzfahrtschiff unter niederländischer Flagge über schwere Atemwegserkrankungen berichtet hatte.
Die MV Hondius war am ersten April im argentinischen Ushuaia ausgelaufen und hatte mehrere Orte im südlichen Atlantik angelaufen, darunter Südgeorgien, Tristan da Cunha, St. Helena und Ascension.
Ein Passagier erkrankte und starb am elften April. Seine Leiche wurde auf St. Helena von Bord gebracht, wo einige Passagiere von Bord gingen. Eine Passagierin, die auf St. Helena an Land gegangen war, starb am 26. April nach ihrer Ankunft in Südafrika. Eine weitere Passagierin starb am zweiten Mai.
Die übrigen Passagiere wurden später auf Teneriffa evakuiert.
Die WHO will nach eigenen Angaben weiter mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiten, um Ursachen und Ausbreitung des Ausbruchs zu untersuchen.
„Wir arbeiten außerdem daran, dass eine Probe des Virus mit dem WHO-BioHub in der Schweiz geteilt wird“, sagte Ghebreyesus. „Das ist wichtig, um Diagnostika, Therapien und Impfstoffe für künftige Ausbrüche zu entwickeln.“
- Hantaviren sind eine Gruppe von Viren, die bei Nagetieren vorkommen. Sie gelangen meist durch Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Urin, Kot oder Speichel auf den Menschen. Die Viren können schwere, teils tödliche Erkrankungen auslösen.
- Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit, dass alle US-Bürgerinnen und -Bürger, die während der Reise mit der MV Hondius möglicherweise dem Virus ausgesetzt waren, ihre 42-tägige Beobachtungszeit am 21. Juni abgeschlossen haben.
- „In den Vereinigten Staaten ist infolge dieses Ausbruchs kein Fall einer Hantavirus-Erkrankung aufgetreten“, erklärte die CDC.