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Studie: Stillen senkt ADHS-Symptome bei Kleinkindern

Nur gestillte Babys mit weniger ADHS-Symptomen
Ausschließlich gestillte Babys zeigen weniger ADHS-Symptome Copyright  Cleared/Canva
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Forscherinnen und Forscher in Norwegen berichten, dass ausschließlich gestillte Säuglinge seltener ADHS-Symptome entwickeln; Mädchen profitieren besonders.

Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt werden, entwickeln seltener ADHS-Symptome. Das zeigt eine neue Studie.

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Forschende der Universität Bergen in Norwegen sehen einen Zusammenhang zwischen der Stilldauer und der Wahrscheinlichkeit, dass Kinder ADHS-Symptome entwickeln.

„Es ist gut belegt, dass psychische Symptome und Erkrankungen sowohl von genetischen als auch von Umweltfaktoren beeinflusst werden“, sagte Berit Skretting Solberg, Psychiaterin und Forscherin am Department of Biomedicine der Universität Bergen sowie Oberärztin am Betanien Hospital.

„Wir fanden heraus: Je länger ein Kind ausschließlich gestillt wurde (bis zu sechs Monaten), desto geringer war das Ausmaß der ADHS-Symptome im Alter von drei, fünf und acht Jahren“, so Solberg.

Das Team wertete Daten von mehr als 37.000 Kindern aus, die zwischen 1999 und 2009 in Norwegen geboren wurden. Es erfasste das Stillverhalten und befragte die Familien, als die Kinder drei, fünf und acht Jahre alt waren.

Jede Form des Stillens stand mit weniger ADHS-Symptomen in Verbindung. Der Effekt wurde stärker, je länger und je intensiver gestillt wurde und war bei ausschließlichem Stillen bis zu sechs Monaten am größten.

Die Studie zeigte zudem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bei Mädchen war der Zusammenhang in allen Altersgruppen am stärksten.

Solberg betonte, dass Vererbung vermutlich der wichtigste Risikofaktor für ADHS ist. Neuroentwicklungsstörungen entstehen jedoch durch ein Zusammenspiel vieler Faktoren.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine Verhaltens- und Entwicklungsstörung, die sich durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität äußert. Die Diagnose erfolgt meist im Kindesalter.

Heilbar ist ADHS nicht. Verhaltenstherapie und Medikamente können die Symptome jedoch lindern.

Stillen: Warum es für Kinder so wichtig ist

Muttermilch ist für die meisten Kinder in den ersten Lebensmonaten die wichtigste Nahrungsquelle. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF empfehlen, Neugeborene innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt anzulegen und in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Das bedeutet: keine zusätzliche Nahrung und keine anderen Getränke, auch kein Wasser.

Die Forschenden nennen mehrere biologische Mechanismen, die den Zusammenhang erklären könnten. Muttermilch enthält Makronährstoffe, Vitamine, Prä- und Probiotika, Immunstoffe und weitere biologisch aktive Bestandteile, die die frühe Gehirnentwicklung beeinflussen können.

Trotz dieser Vorteile stillen viele Frauen kürzer als empfohlen oder gar nicht. Im Schnitt stillten die Teilnehmerinnen ihre Kinder weniger als vier Monate voll.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche Frauen können wegen Vorerkrankungen nicht stillen. Andere beenden das Stillen früher als geplant, weil der Job und fehlende Unterstützung es schwer machen.

In solchen Fällen ist Säuglingsnahrung, meist auf Basis von Kuhmilch, im ersten Lebensjahr die einzige empfohlene Alternative zu Muttermilch.

Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen, seien weitere Untersuchungen nötig.

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