Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Frankreich: Kliniken bereiten sich bereits auf neue Hitzewelle vor

Ärzte und Pflegekräfte versorgen am Dienstag, 30. Juni 2026, einen Patienten in der Notaufnahme des Krankenhauses Paris-Saclay bei Paris.
Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte versorgen am Dienstag, 30. Juni 2026, einen Patienten in der Notaufnahme des Krankenhauses Paris-Saclay bei Paris. Copyright  AP/Christophe Ena
Copyright AP/Christophe Ena
Von Nina Borowski mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Frankreichs Kliniken ziehen Lehren aus der extremen Hitze und bereiten sich vor: eine neue Hitzewelle wird bereits ab Mitte kommender Woche erwartet. Die Regierung verspricht schnelle Investitionen, Krankenhäuser benötigen neue Ausstattung.

In Frankreich bereiten sich die Krankenhäuser auf eine neue Hitzewelle vor, die für die Mitte der kommenden Woche angekündigt ist. Zuvor hatte eine außergewöhnlich intensive Hitzeperiode das Land getroffen, mit nahezu tausend Todesfällen mehr als üblich.

WERBUNG
WERBUNG

Beim letzten Hitzeereignis standen die Gesundheitseinrichtungen massiv unter Druck. Die Zahl der Aufnahmen stieg stark an, zugleich fehlten geeignete Geräte für die extremen Temperaturen.

"Diese Woche war für das gesamte Krankenhauspersonal schrecklich. Nicht nur für Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte, sondern für alle Beschäftigten, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Einsatz waren, weil wir in sehr kurzer Zeit neue Lösungen finden mussten. Wir dachten, wir seien bereit, aber in Wirklichkeit waren wir es nicht", berichtet Cédric Lussiez, Direktor des Krankenhauses Paris Sacley**,** in Orsay.

Der Klinikleiter erklärt, dass die Krise mehrere Schwachstellen in der Organisation der Einrichtungen offengelegt habe, und betont, man wolle aus dem Ereignis Lehren ziehen_: "Die erste ist natürlich, dass wir die Gebäude anpassen müssen. Wir haben deshalb begonnen, Klimaanlagen zu installieren. Wir haben auch geändert, wie wir einige unserer Medikamente lagern, und bewahren sie nun in Räumen mit niedriger Temperatur auf. Außerdem haben wir einige Bereiche neu organisiert, die dieser extremen Hitze besonders ausgesetzt sind. So verlegen wir zum Beispiel ab heute die Station für ältere Menschen in dieses neue Krankenhaus._"

Angesichts der Dringlichkeit haben die medizinischen Teams auch einige Geräte zweckentfremdet. Duschtragen, die normalerweise für die Körperpflege von Menschen mit körperlichen Einschränkungen gedacht sind, nutzten sie zur Behandlung schwerer Hyperthermie-Fälle.

"Wir haben sie für die Hitzewelle wieder hervorgeholt. Genauso wie Badewannen, die wir für den mobilen Notfall- und Reanimationsdienst SMUR eingesetzt haben (Structure mobile d'urgence et de réanimation). Wir füllen sie mit Eis und legen dann die Patientinnen und Patienten mit Hyperthermie hinein", erklärt Emmeline Joly, stellvertretende Direktorin des Krankenhauses.

100 Millionen Euro Investitionen und 30 000 Klimaanlagen

Premierminister Sébastien Lecornu hat ab diesem Sommer Investitionen von 100 Millionen Euro angekündigt, die für besonders hitzegefährdete Gesundheitseinrichtungen bestimmt sind. Der französische Regierungschef versprach außerdem 30 000 Klimaanlagen; die ersten Lieferungen sind für Anfang der kommenden Woche vorgesehen.

Diese Ankündigungen gelten jedoch als unzureichend und zu spät, vor allem von der grünen Partei, die demnächst einen Misstrauensantrag gegen die Regierung einbringen will.

Regierungssprecherin Maud Bregeon reagierte am Mittwoch und erklärte, eine solche Maßnahme "werde den Klimawandel nicht aufhalten".

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

WHO warnt: aktuelle Hitzewelle in Europa ist nur Generalprobe

Extremehitze in Deutschland: Land schlecht vorbereitet, Verkehr bricht bei 41 Grad zusammen

Hitzewelle in Frankreich: Obdachlose besonders betroffen