Oxford-Forschende testen bald die weltweit erste Impfung gegen Bundibugyo-Ebola. Der seltene Erreger breitet sich weiter in Kongo und Uganda aus.
Die Impfstoffforschungsgruppe der Universität Oxford hat die weltweit erste klinische Studie am Menschen zu einem Impfstoff gegen das Bundibugyo-Ebolavirus gestartet. Anlass ist der anhaltende Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda.
Die Phase-I-Studie findet in Oxford statt. Sie soll Sicherheit und Immunantwort des Impfstoffs bei 50 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren prüfen.
„Jeder Schritt hin zu einem sicheren und wirksamen Impfstoff stärkt unsere Fähigkeit, gefährdete Gemeinschaften zu schützen, Leben zu retten und diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen“, erklärte Nicole Lurie von der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). Die Arbeit der Universität Oxford sei „ein entscheidender Meilenstein in den Bemühungen um eine Antwort“.
Das Team in Oxford wirbt nun Freiwillige für die Studie an. In den kommenden Wochen, nach Abschluss der behördlichen Prüfung, erhalten die Teilnehmenden die Impfungen und kommen zu Nachuntersuchungen, teilte die Oxford Vaccine Group in einer Pressemitteilung mit.
Weitere klinische Studien in Uganda befinden sich ebenfalls in Vorbereitung. Sie sollen nach der noch ausstehenden Zulassung durch die Behörden am Medical Research Council/Uganda Virus Research Institute und an der Uganda-Forschungsstation der London School of Hygiene and Tropical Medicine starten.
Die betroffenen Länder reagieren weiter auf diesen Ausbruch. Africa CDC begrüßt die schnellen wissenschaftlichen Fortschritte, die unter höchsten Standards für Sicherheit, behördliche Aufsicht und Partnerschaft erzielt werden, sagte Jean Kaseya, Leiter der Africa Centres for Disease Control and Prevention.
Er betonte, frühe klinische Studien seien für die derzeit betroffenen Gemeinden noch keine unmittelbare Lösung. Sie seien jedoch ein zentraler Baustein, um die Instrumente zu entwickeln, die für die Antwort auf aktuelle und zukünftige Ausbrüche nötig sind.
Die Bundibugyo-Epidemie in Kongo und Uganda gehört zu den größten, die je dokumentiert wurden. Die Zahl der Infektionen steigt weiter.
Bis zum elften Juli hatte das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo 1.926 Fälle und 702 Todesfälle in fünf Provinzen bestätigt. Am zwölften Juli meldete Uganda 20 Fälle, darunter zwei Todesfälle.
Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums gelten derzeit zehn Provinzen, darunter die Hauptstadt Kinshasa, als Hochrisikogebiete.