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Erste Diagnose-Röntgenaufnahmen im Raumflug

Von Startrampe 39-A im Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida startet eine SpaceX-Rakete vom Typ Falcon 9.
Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX startet vom Startplatz 39-A des Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Eine Crew auf einem kommerziellen Raumflug hat erstmals diagnostische Röntgenaufnahmen im All gemacht – mit einem tragbaren Gerät für bessere Medizin auf langen Missionen.

Raumflüge finden inzwischen häufiger statt und dauern länger. Forschende suchen deshalb nach Möglichkeiten, die medizinische Versorgung näher an Astronautinnen und Astronauten heranzubringen. Tragbare Medizintechnik könnte dabei eine wichtige Rolle spielen, wie eine jüngste Studie mit einem neuen Röntgengerät an Bord eines Raumfahrzeugs zeigt.

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Nichtmedizinische Besatzungsmitglieder eines kommerziellen Raumflugs haben mit einem tragbaren, drahtlosen digitalen Röntgengerät erstmals diagnostische Röntgenaufnahmen direkt im Orbit erstellt.

Die Ergebnisse veröffentlichte die Fachzeitschrift Radiology der Radiological Society of North America. Die Bildqualität entsprach der von Röntgenaufnahmen auf der Erde.

Alle Aufnahmen im Flug waren den vor dem Start erstellten Bildern ebenbürtig – bei Gesamtqualität, räumlicher Auflösung und Kontrastauflösung, wie die Forschenden betonten.

Eine große Hürde bleibt allerdings die korrekte Positionierung der Patientinnen und Patienten in der Mikrogravitation. In diesem Zustand ist die wahrgenommene Schwerkraft extrem gering, Menschen und Gegenstände wirken nahezu schwerelos.

Aufnahmen des Rumpfs wie Brustkorb, Becken und Bauch waren im Flug schlechter positioniert als Bilder von Hand oder Unterarm.

Die Studie ergab außerdem, dass die geschätzte Strahlenbelastung der Teilnehmenden nicht höher war als bei üblichen klinischen Untersuchungen auf der Erde.

„Für die Raumfahrtmedizin war es ein lang gehegter Traum, mehr als nur ein bildgebendes Verfahren zur Diagnose von Erkrankungen und Verletzungen im All zu haben“, sagte Sheyna Gifford, leitende Forscherin an der Mayo Clinic im US-Bundesstaat Minnesota.

Sie ergänzte, herkömmliche Röntgengeräte seien sehr groß, erzeugten viel Strahlung und neigten bei Bewegungen zu unscharfen Bildern. Damit war es bislang „technisch zu anspruchsvoll“, im Orbit verwertbare Diagnostikaufnahmen zu gewinnen.

Das neue SpaceXray-System ermöglichte es nichtmedizinischen Besatzungsmitgliedern, nach nur vier Stunden Vorbereitung vor dem Flug eigenständig Röntgenaufnahmen anzufertigen.

Das Gerät wurde während eines kommerziellen SpaceX-Flugs getestet, der am 31. März 2025 gestartet ist und drei Tage und 14 Stunden dauerte. Bei Landung und Bergung trug der Röntgengenerator oberflächliche strukturelle Schäden davon, die Hardware im Inneren und die Röntgenleistung blieben jedoch unbeeinträchtigt.

„Ein für Raumflüge taugliches Röntgensystem hätte weitreichende Folgen nicht nur für die Gesundheit der Crew, sondern auch für missionskritische, nichtmedizinische Aufgaben“, sagte Gifford.

„Für eine dauerhafte menschliche Präsenz im All sind Röntgenaufnahmen nicht nur für die Besatzungsmitglieder entscheidend, sondern auch für andere Missionskomponenten wie Elektronik oder Raumanzüge. Die einzige Möglichkeit, ihr Inneres zu prüfen, ohne sie zu zerlegen, sind Röntgenbilder“, erklärte sie.

Über die medizinische Versorgung im All hinaus könnte das System auch in anderen Umgebungen helfen, betonten die Forschenden – etwa in Kampfzonen oder in Regionen mit knappen Ressourcen, um dort Screeningprogramme auszuweiten, einschließlich Tests auf Tuberkulose.

Letztlich, so die Autorinnen und Autoren, profitieren sowohl Raumfahrt- als auch Gemeinschaften auf der Erde von Fortschritten bei ultraportablen digitalen Röntgensystemen.

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