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Frankreich: Brustkrebs von Flugbegleiterin als Berufskrankheit anerkannt

Ein Air-France-Flugzeug startet am Donnerstag, dem sechsten November 2025, vom Flughafen Seattle-Tacoma in SeaTac im US-Bundesstaat Washington.
Ein Flugzeug von Air France startet am Donnerstag, dem sechsten November 2025, vom internationalen Flughafen Seattle-Tacoma in SeaTac im US-Bundesstaat Washington. Copyright  AP Photo
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Von Nina Borowski
Zuerst veröffentlicht am
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Eine ehemalige Air-France-Stewardess hat erreicht, dass ihr Brustkrebs als Berufskrankheit anerkannt wird – ein Novum im französischen Luftverkehr. Das Gericht verwies auf Nachtschichten, Strahlenbelastung und Passivrauchen.

Eine ehemalige Flugbegleiterin von Air France hat erreicht, dass ihr Brustkrebs als Berufskrankheit anerkannt wird. Im französischen Luftfahrtsektor ist das ein Novum.

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Die heute neunundfünfzigjährige Sophie Lainault ist inzwischen in Remission. Sie arbeitete dreißig Jahre lang für die französische Fluggesellschaft, von 1989 bis 2019. Zunächst war sie Flugbegleiterin, später Kabinenchefin auf Langstreckenflügen. Insgesamt kam sie auf mehr als 12.600 Flugstunden, davon über 6.500 in der Nacht.

Nachtarbeit, Strahlung und Passivrauchen

Anfang Juli erkannte ein Gericht in Bayonne den beruflichen Ursprung ihres Krebses an. Die Richterinnen und Richter berücksichtigten insbesondere ihre regelmäßige Nachtarbeit, ihre Belastung durch ionisierende Strahlung sowie durch Passivrauchen. Rauchen war an Bord der Flugzeuge von Air France bis zum Jahr 2000 erlaubt.

Das Gericht stellte außerdem fest, dass weder genetische Faktoren noch ihre Lebensweise die Erkrankung erklärten.

Dem Urteil ging ein langer Weg voraus. Zwei regionale Ausschüsse, die über die Anerkennung von Berufskrankheiten entscheiden, hatten zuvor keinen Zusammenhang zwischen ihrer Tätigkeit und dem Krebs gesehen.

Brustkrebs steht in Frankreich nicht in den offiziellen Tabellen der Berufskrankheiten. Wer eine Anerkennung erreichen will, muss deshalb ein spezielles Verfahren durchlaufen – oft langwierig und komplex. Nach eigenen Angaben kämpfte Sophie Lainault zweieinhalb Jahre darum, unterstützt von Aktiven der Gewerkschaft CFDT.

Entscheidung mit möglicher Signalwirkung

Nach Angaben ihrer Anwältin Elisabeth Leroux könnte dieses rechtskräftige Urteil, gegen das niemand Berufung eingelegt hat, als Präzedenzfall dienen und weiteren Angehörigen des fliegenden Personals ähnliche Schritte ermöglichen.

„Es ist wirklich mein sehnlichster Wunsch, dass dies anderen Frauen den Weg ebnet, die sich bisher vielleicht nicht getraut hätten, so einen Schritt zu wagen“, sagte Sophie Lainault.

Für die ehemalige Flugbegleiterin bedeutet die Anerkennung unter anderem, dass sie früher in Rente gehen kann.

Air France, das an dem Verfahren nicht beteiligt war, erklärte, die Begründung des Gerichts nicht zu kennen. Die Airline betonte, „die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz haben für Air France absolute Priorität“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Brustkrebs in Frankreich als Berufskrankheit anerkannt wird. Im Jahr 2023 erhielt eine Krankenschwester, die 28 Jahre nachts gearbeitet und dabei Strahlung ausgesetzt war, eine ähnliche Anerkennung.

Brustkrebs ist weiterhin die tödlichste Krebserkrankung bei Frauen in Frankreich, mit fast 13.000 Todesfällen pro Jahr.

Weitere Quellen • AFP

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