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Partielle Mondfinsternis am Freitag: Sicht in Spanien, Italien, Frankreich, Portugal, Deutschland

Diese Bildmontage aus neun Einzelaufnahmen entstand während der Sonnenfinsternis am 21. August 2017.
Diese Bildmontage aus neun Einzelaufnahmen entstand während der Sonnenfinsternis am 21. August 2017. Copyright  NASA/Norah Moran
Copyright NASA/Norah Moran
Von Ruth Wright
Zuerst veröffentlicht am
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Beim Maximum der Finsternis am 27./28. August bedeckt der dunkle Kernschatten der Erde 96 % der Mondoberfläche – fast eine totale Finsternis.

In den frühen Morgenstunden des Freitags, dem 28. August, kurz vor Sonnenaufgang, können Menschen in Europa eine „sehr tiefe“ partielle Mondfinsternis beobachten.

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Partielle Mondfinsternisse treten immer etwa zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis auf. Dieses Ereignis folgt daher auf die totale Sonnenfinsternis, die Anfang des Monats viele Menschen in Europa in ihren Bann gezogen hat.

Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond nicht exakt auf einer Linie. Der Vollmond wandert nur teilweise durch den Kernschatten der Erde im All. Der Schatten wächst und zieht sich wieder zurück, ohne den Mond vollständig zu verdecken – ein seltenes Himmelsereignis.

Am Freitag leuchtet der Vollmond als sogenannter Störmond, benannt nach Nordamerikas größtem Süßwasserfisch. Der Mond kann sich rostrot verfärben, wenn 96,2 Prozent seines Durchmessers im dunklen Kernschatten der Erde liegen. Ursache für die Farbänderung ist unsere Erde: Laut dem Portal timeanddate „glüht der Rand des Erdschattens im All rötlich, weil Sonnenlicht durch die Atmosphäre unseres Planeten strahlt“.

Die Spezialbrillen, die für die sichere Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis Anfang August nötig waren, brauchen Sie diesmal nicht. Den Mond bei einer partiellen Mondfinsternis mit bloßem Auge anzuschauen, gilt als unbedenklich.

Wer ein Fernglas oder ein Teleskop besitzt, erkennt den Schatten allerdings deutlich besser.

Wie gut die Finsternis zu sehen ist, hängt vor allem von Standort und Wetter ab. Regionen mit Blick nach Westen und möglichst wenig Wolken haben die besten Chancen auf ein eindrucksvolles Schauspiel.

Wer die Finsternis nicht direkt am Himmel verfolgen kann, hat online eine Alternative: timeanddate überträgt das Ereignis in einer Live-Sendung auf YouTube (Quelle auf Englisch).

Partielle Mondfinsternis: Wo sie in Spanien zu sehen ist

Wie schon bei der Sonnenfinsternis bietet Spanien die besten Beobachtungsmöglichkeiten. Die Mondfinsternis ist – bei klarem Himmel – von der gesamten Iberischen Halbinsel, den Balearen, den Kanarischen Inseln sowie aus Ceuta und Melilla sichtbar.

Allerdings unterscheiden sich die Beobachtungszeiten. In Zentral- und Ostspanien, auf den Balearen sowie in Melilla geht der Mond unter, bevor die partielle Phase der Finsternis endet. Im übrigen Land, einschließlich der Kanaren und Ceuta, lässt sich der gesamte Ablauf verfolgen.

In Spanien geht der Mond am 27. August um 21.01 Uhr auf und am 28. August um 7.47 Uhr wieder unter. Die partielle Phase der Finsternis beginnt um 4.34 Uhr und endet um 7.52 Uhr – auf den Kanarischen Inseln jeweils eine Stunde früher.

Das Maximum der Finsternis, wenn der Erdschatten den größten Teil des Mondes bedeckt, wird gegen 6.12 Uhr kurz vor Sonnenaufgang erreicht. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Schatten der Erde auf rund 93 Prozent der Mondscheibe.

Partielle Mondfinsternis: Wo sie in Italien zu sehen ist

Nach den aktuellen Wetterprognosen haben einige der größten Städte Italiens die besten Chancen: In Neapel, Rom und Venedig wird mit wenig Bewölkung gerechnet, dort sollte daher eine Bedeckung von 93 Prozent sichtbar sein. Bologna gilt als nächstbester Standort, gefolgt von Turin. Genua und Mailand erreichen zwar ebenfalls etwa 93 Prozent, dort könnte der Himmel jedoch stark bewölkt sein.

In Italien beginnt die partielle Mondfinsternis um 3.23 Uhr, erreicht ihr Maximum um 6.12 Uhr und endet gegen 9.01 Uhr.

Partielle Mondfinsternis: Wo sie in Frankreich zu sehen ist

Für den Freitagmorgen sagen die Wetterdienste über Frankreich viele Wolken und teils Regen voraus. Damit ist das Land möglicherweise kein idealer Ort zur Beobachtung.

Der Mond tritt voraussichtlich gegen 3.20 Uhr in den Erdschatten ein, die rötliche Färbung zeigt sich ab etwa 4.34 Uhr. Das Maximum, wenn der Großteil des Mondes im Erdschatten liegt und das Rot am intensivsten erscheint, wird um rund 6.13 Uhr erwartet. Dann steht der Mond allerdings nur noch etwa acht Grad über dem Horizont, und das frühe Sonnenlicht kann die Sicht beeinträchtigen.

Marseille und Straßburg haben derzeit die besten Chancen, weil dort nur wenig Bewölkung vorhergesagt ist – allerdings kann es auch hier zu kräftigem Regen oder Gewittern kommen.

Partielle Mondfinsternis: Wo sie in Portugal zu sehen ist

Wer in Portugal die Mondfinsternis von Beginn an verfolgen will, muss früh aufstehen: Sie startet um 2.23 Uhr Ortszeit und endet um 8.01 Uhr.

Lissabon und Amadora dürften nach derzeitigem Stand die klarsten Himmel haben. Auch in Braga und Coimbra stehen die Chancen gut.

Partielle Mondfinsternis: Wo sie in Deutschland zu sehen ist

Wie im übrigen Mitteleuropa erreicht die Finsternis auch in Deutschland gegen 6.13 Uhr ihre größte Bedeckung. In Ostdeutschland ist der Mond dann allerdings schon untergegangen und die Sonne aufgegangen. Der Beginn der partiellen Phase liegt bei 4.33 Uhr.

Im äußersten Westen des Landes gehen Sonne und Mond jeweils etwas mehr als eine halbe Stunde später auf und unter. Dort lässt sich deshalb ein größerer Teil der Finsternis verfolgen. Der Austritt des Mondes aus dem Kernschatten um 7.53 Uhr erfolgt nach Angaben des Hauses der Astronomie in jedem Fall lange nach Sonnenaufgang und Monduntergang über Deutschland.

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