Loader
Finden Sie uns
Werbung

Ohne Selbstliebe nützt Fürsorge für andere nicht viel

Wer sich selbst nicht liebt, kann anderen nur begrenzt helfen.
Wer sich selbst nicht liebt, kann anderen nicht wirklich helfen. Copyright  Cleared/Canva
Copyright Cleared/Canva
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Selbstfreundlichkeit und Rücksicht auf andere sind entscheidend für das eigene Wohlbefinden – beides gehört untrennbar zusammen.

Menschen, die Mitgefühl für andere, für Tiere und für sich selbst zeigen, berichten laut Forschenden der McGill University in Kanada über ein besseres Wohlbefinden als Personen, die ihr Mitgefühl nur auf andere oder nur auf sich selbst richten.

WERBUNG
WERBUNG

Das Ergebnis stellt die Annahme infrage, dass Fürsorge für andere automatisch der Psyche guttut. Laut der Studie (Quelle auf Englisch) „zählt“ Mitgefühl für das eigene Wohlbefinden nur dann, wenn es mit Mitgefühl für sich selbst einhergeht.

„Viele Menschen, besonders Pflegekräfte, Lehrkräfte, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Eltern und Aktivistinnen oder Aktivisten, kümmern sich sehr um andere, gehen mit sich selbst aber hart oder nachlässig um“, sagte Bassam Khoury, Hauptautor der Studie an der McGill University.

Die Untersuchung lege nahe, dass dieses Ungleichgewicht mit einer schlechteren psychischen Gesundheit zusammenhängt. Betroffene berichten häufiger über Stress und Ängste als Menschen, die sowohl sich selbst als auch anderen mit Mitgefühl begegnen.

Die Forschenden stellten außerdem fest: Geringes Selbstmitgefühl geht oft mit niedriger Lebenszufriedenheit und sozialer Isolation einher.

Am besten schnitten hingegen Menschen ab, die sich selbst, anderen Menschen und Tieren durchweg viel Mitgefühl entgegenbringen. Diese Gruppe zeigt die anpassungsfähigste psychische Verfassung: optimale seelische Gesundheit, hohe emotionale Widerstandskraft und ein starkes soziales Wohlbefinden.

Für die Studie befragte das Team mehr als 1.200 Personen. Anhand der Antworten ordneten die Forschenden die Teilnehmenden verschiedenen „Mitgefühlsprofilen“ zu. Bewertet wurden Mitgefühl für die eigene Person, für andere Menschen und für Tiere.

„Selbstmitgefühl kann Menschen helfen, schwierige Gefühle zu regulieren, weniger selbstkritisch zu sein und ein Gefühl innerer Sicherheit aufzubauen“, sagte Khoury.

„Es ist weder egoistisch noch selbstverliebt. Es bildet die Grundlage dafür, dauerhaft für andere zu sorgen und Mitgefühl auf alle fühlenden Wesen auszuweiten“, ergänzte er.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Desogestrel-Pillen: Behörden warnen 1,6 Millionen Französinnen vor Tumorrisiko

Welt-Suizidpräventionstag: Was sagen aktuelle Zahlen aus EU und Spanien

Mentale Vorbereitung auf Operation so wichtig wie körperliche