Loader
Finden Sie uns
Werbung

Nächster Albtraum für Merz: CDU-Einzug ins Parlament in Mecklenburg-Vorpommern auf der Kippe

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September 2026 stattfinden (Symbolfoto).
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September 2026 stattfinden (Symbolfoto). Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Maja Kunert
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Zehn Tage vor der Landtagswahl bricht die CDU in einer neuen Umfrage auf 7 Prozent ein, ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig legt dagegen deutlich zu und verkürzt den Rückstand auf die AfD.

Nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt zeichnet sich auch in Mecklenburg-Vorpommern eine schwere Niederlage für die CDU ab. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Nordkurier zufolge kämen die Christdemokraten bei einer Landtagswahl derzeit nur noch auf 7 Prozent der Stimmen, drei Punkte weniger als bei der vorherigen Erhebung vor vier Wochen.

WERBUNG
WERBUNG

Ein solches Ergebnis wäre nicht nur ein herber Dämpfer, sondern historisch: Noch nie schnitt die CDU bei einer Landtagswahl schlechter ab. Der bisherige Negativrekord der Partei datiert aus dem Jahr 1951 mit 9,0 Prozent, seither war die Partei in knapp acht Jahrzehnten kein einziges Mal mehr einstellig gelandet. Für Spitzenkandidat Daniel Peters droht damit sogar der Einzug in den Landtag in Schwerin zur Zitterpartie zu werden, denn auch bei Landtagswahlen gilt die Fünf-Prozent-Hürde.

Amtsbonus bei der Landtagswahl? Manuela Schwesig (SPD) ist amtierende Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Amtsbonus bei der Landtagswahl? Manuela Schwesig (SPD) ist amtierende Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern. AP Photo

SPD verkürzt Abstand zur AfD

Während die CDU einbricht, gewinnt die regierende SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an Rückhalt. Die Sozialdemokraten kämen laut Umfrage auf 33 Prozent, ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber der Vorumfrage. Die AfD bleibt mit ihrem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm mit 36 Prozent zwar weiter stärkste Kraft, doch der Abstand zur SPD schrumpft damit auf nur noch drei Punkte. Die Linke verharrt bei 11 Prozent, die Grünen müssten mit 5 Prozent um den Einzug ins Parlament bangen, und das Bündnis Sahra Wagenknecht bliebe mit 4 Prozent außen vor.

Eine ähnliche Tendenz zeigt eine Erhebung von Infratest dimap im Auftrag des NDR von Anfang September: Dort kam die SPD auf 32 Prozzent, nur drei Punkte hinter der AfD mit 35 Prozent. Die CDU lag in dieser Umfrage mit 8 Prozent auch bei einem einstelligen Ergebnis.

Regierungsbildung wird schwierig

Die Zahlen wirken sich auch auf die Machtverhältnisse nach der Wahl am 20. September aus. Für Schwesigs bisheriges Bündnis mit der Linken reicht es der Umfrage nach nicht mehr zu einer Mehrheit im Landtag. Käme dagegen zusätzlich die Grünen-Fraktion ins Parlament, wäre eine erweiterte Koalition aus SPD, Linke und Grünen wieder mehrheitsfähig. Insa befragte für die Erhebung vom 1. bis 8. September insgesamt 1.000 Wahlberechtigte im Land, statistisch schwankt das Ergebnis um bis zu 3,1 Prozentpunkte in beide Richtungen. Zur Einordnung: Bei der Landtagswahl 2021 hatte die SPD noch 39,6 Prozent geholt, die AfD kam damals auf 16,7 Prozent.

Merz gerät parteiintern unter Druck

Der negative Umfragetrend der CDU verschärft parteiintern die Debatte um Bundeskanzler Friedrich Merz. Nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt wird er in der eigenen Partei zunehmend mitverantwortlich gemacht. Bei den anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und der Hauptstadt Berlin geht es aus Sicht vieler CDU-Mitglieder auch um seine politische Zukunft.

Vor der Wahl lieferten sich Schwesig und Holm bereits ein erstes TV-Duell, in dem beide Seiten scharf aneinandergerieten. Schwesig bezeichnete die AfD als "gefährliche Partei für unser Land, für die Wirtschaft, für das Soziale, auch für uns Frauen", während Holm der Ministerpräsidentin vorwarf: "Sie machen halt das Verkehrte". Strittig blieben insbesondere die Themen Energiepolitik, wo Schwesig den Bau neuer Kernkraftwerke ablehnt, sowie die Finanzierung der Kinderbetreuung.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Brite soll russischem Geheimdienst Daten zu Drohnenfabriken geliefert haben

Krieg in der Ukraine: Selenskyj in Kanada, während Kyjiw Rekord-Gegenschlag meldet

Unerklärliches Spatzensterben in Berlin: Grassiert die Vogel-Malaria?