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Korallenriffe als Geheimwaffe gegen globale Ernährungskrisen

Dieses Archivfoto vom 26. November 2009 zeigt in den Gewässern vor Waimanalo auf Hawaii eine orangefarbene geringelte Reiskoralle (Montipora patula).
Archivfoto vom 26. November 2009: Orangefarbene Ringreis-Koralle (Montipora patula) in den Gewässern vor Waimānalo, Hawaii. Copyright  Copyright 2009 AP. All rights reserved.
Copyright Copyright 2009 AP. All rights reserved.
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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Überfischung und Erderwärmung lassen unsere Meere verarmen. Der Wiederaufbau von Korallenriffen könnte jedes Jahr Millionen Mahlzeiten sichern.

Korallenriffe könnten ein wichtiger Baustein sein, um den weltweiten Hunger zu bekämpfen und die Ernährung zu verbessern.

Nach Unicef-Daten litten 2024 rund 2,3 Milliarden Menschen unter moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit. Das sind 336 Millionen mehr als 2019. Zugleich sind viele Rifffischbestände durch Überfischung geschrumpft, und die vom Klima befeuerte Erwärmung hat ein „beispielloses“ Korallensterben ausgelöst.

Dennoch zeigt neue Forschung des Smithsonian Tropical Research Institute (STRI): Bestände lassen sich wieder aufbauen und auf einem „nachhaltigen Niveau“ bewirtschaften. Das könnte Mangelernährung lindern.

Korallenriffe könnten die Fischerträge steigern

Die Studie, veröffentlicht in PNAS, wertete Daten aus allen Gebieten weltweit mit Korallenriffen aus, darunter Dominikanische Republik, Panama, Jamaika, Kenia, Mauritius, Oman, Jamaika, Madagaskar, Philippinen und Indonesien.

Die Forschenden berechneten, wie stark die Bestände wachsen müssten, um den „maximal nachhaltigen Ertrag“ und „ziemlich gute Erträge“ zu erreichen. Sie schätzten auch, wie lange die Erholung unter verschiedenen Bewirtschaftungsszenarien dauert.

Das Tempo der Erholung hängt vom Ausmaß der Überfischung ab. Im Schnitt dauert es sechs bis 50 Jahre. Wenn sich Bestände bis nahe an ihre maximale Produktionsleistung erholen dürfen, könnten nachhaltige Erträge weltweit um fast 50 Prozent steigen.

Das entspräche 20.000 bis 162 Millionen zusätzlichen, nachhaltig erzeugten Mahlzeiten. Genug, um die empfohlene Aufnahme von Fisch und Meeresfrüchten für mehrere Millionen Menschen pro Jahr zu decken.

Am meisten profitieren könnten Länder mit großem Hunger- und Mikronährstoffmangel, etwa Teile Afrikas und Südostasiens.

„Unsere Ergebnisse belegen zudem, dass wirksames Monitoring und Management von Rifffischereien weit über Naturschutz hinaus handfeste, messbare Vorteile haben“, sagt Jessica Zamborain-Mason, Erstautorin der Studie. „Es geht um Ernährungssicherheit und öffentliche Gesundheit.“

Werden sich unsere Korallenriffe jemals erholen?

Gesunde Riffe und kräftige Bestände zu erreichen, ist alles andere als einfach. Dafür braucht es eine klare Strategie für besseres Fischereimanagement.

Beschäftigte der Fischereiindustrie brauchen in Erholungsphasen womöglich alternative Einkommensquellen. Mancherorts ist dafür internationale Unterstützung nötig.

„Die nächste Aufgabe ist es, konkrete Strategien zu entwickeln, die Naturschutz und Lebensgrundlagen in Einklang bringen, damit das Potenzial des Ozeans voll zur Geltung kommt“, heißt es in der Studie.

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