Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Eisiges Europa, glühender Süden: Januar zeigt Klimaextreme an beiden Polen

Auf der einen Seite der Erde klirrende Kälte, auf der anderen Rekordhitze: Ein Januar der Extreme.
Extremkälte und Hitze prägen den Januar auf beiden Seiten des Globus Copyright  Donnie Rose/Unsplash
Copyright Donnie Rose/Unsplash
Von Craig Saueurs
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Während Europa und die USA im Eiseskälte zitterten, kämpfte die Südhalbkugel zugleich mit sengender Hitze, Waldbränden und Überschwemmungen.

Trotz klirrender Kälte in Teilen Europas und Nordamerikas lagen die globalen Temperaturen im Januar weiterhin nahe an Rekordwerten.

Neue Daten des Copernicus-Klimawandeldienstes (C3S) zeigen, dass der vergangene Monat der fünftwärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen war.

Die Temperaturen lagen im Schnitt 1,47 °C über dem vorindustriellen Niveau. Damit rückt die im Pariser Abkommen vereinbarte Schwelle von 1,5 °C Erderwärmung immer näher.

Eisige Kälte im Norden, brütende Hitze im Süden

Ende Januar erfassten heftige Kältewellen große Teile der Nordhalbkugel. Eiskalte Arktikluft drang weiter nach Süden vor als üblich.

Mit diesen Winden erlebte Europa den kältesten Januar seit 2010. Frostige Bedingungen reichten von Sibirien über Nord- und Osteuropa bis in Teile der Vereinigten Staaten. Im Durchschnitt lag die Lufttemperatur über Land bei minus 2,34 °C und damit rund 1,6 °C unter dem Mittel von 1991 bis 2020.

Zur gleichen Zeit verstärkte Rekordhitze die extremen Bedingungen südlich des Äquators.

In Australien, Chile und Patagonien forderten Waldbrände Todesopfer und richteten große Schäden an. In Ländern wie Mosambik führte heftiger Regen im südlichen Afrika zu schweren Überschwemmungen.

Insgesamt lagen die Temperaturen in vielen Regionen über dem Durchschnitt, etwa in der Arktis, im Westen Nordamerikas und in mehreren Gebieten der Südhalbkugel.

„Der Januar 2026 hat eindrücklich gezeigt, dass das Klimasystem gleichzeitig sehr kaltes Wetter in einer Region und extreme Hitze in einer anderen liefern kann“, sagt Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klimafragen am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage.

„Menschliche Aktivitäten treiben die langfristige Erwärmung weiter voran. Die jüngsten Ereignisse zeigen, wie wichtig Widerstandskraft und Anpassung an zunehmende Extreme sind, damit sich Gesellschaften auf wachsende Klimarisiken vorbereiten können.“

Meerestemperaturen bleiben hoch, polares Eis schmilzt weiter

Die Daten zeigen auch: Die Temperaturen der Ozeane liegen weiterhin ungewöhnlich hoch, und das Meereis an beiden Polen nimmt weiter ab.

Die Meeresoberflächentemperaturen gehörten zu den höchsten, die für diese Jahreszeit je gemessen wurden. Besonders warm war das Wasser in Teilen des Nordatlantiks und des Nordpazifiks. Eine abgeschwächte La-Niña-Phase hielt dagegen Teile des äquatorialen Pazifiks näher am langjährigen Mittel.

In der Arktis lag die vom Meereis bedeckte Fläche im Januar um sechs Prozent unter dem Normalwert – der drittniedrigste jemals für diesen Monat gemessene Wert. Besonders wenig Eis gab es in Barentssee, Baffinbucht und Labraborsee, wo der Eisverlust besonders schnell voranschreitet.

Rund um die Antarktis lagen die Meereisflächen ebenfalls unter dem Durchschnitt, sie gehörten jedoch nicht zu den zehn niedrigsten jemals im Januar gemessenen Werten.

Hochwasser, Dürre und Brandgefahr bleiben bestehen

In großen Teilen West-, Süd- und Osteuropas war es deutlich nasser als im Mittel. Auf der Iberischen Halbinsel, in Italien, Irland und dem Vereinigten Königreich kam es dadurch zu Überschwemmungen und Beeinträchtigungen.

Andernorts erhöhten Hitze und Trockenheit in Teilen Südamerikas und Australiens die Waldbrandgefahr. In Regionen wie dem südlichen Afrika, Brasilien und Nordaustralien führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen und Schäden.

C3S veröffentlicht monatliche Klimaauswertungen auf Basis des ERA5-Datensatzes, der Milliarden Messwerte von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen weltweit zusammenführt.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Opferregion oder grüne Energiezukunft? EU-Gericht prüft Lithiumprojekt in Portugal

Ohne Unterstützung: Familie kämpft allein für bedrohte Pflanzen im Amazonasgebiet

Uber auf Schienen: Französisches Start-up belebt tote Bahnstrecken neu