Studie: Vitamin‑B12‑Versorgung beider Eltern vor der Zeugung könnte Risiko für Fehlbildungen beim Baby beeinflussen.
Vitamin B12 steckt in Geflügel, Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Der Stoff hilft dem Körper, gesunde Nervenzellen zu bilden und zu erhalten. Außerdem braucht der Körper ihn für die Bildung roter Blutkörperchen und der DNA.
Eine neue Studie der Fudan-Universität in China zeigt: Je höher der Vitamin-B12-Spiegel von Männern und Frauen vor der Empfängnis, desto geringer das Risiko für Fehlbildungen bei Neugeborenen. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Ergebnisse die Bedeutung der Ernährung von beiden Elternteilen vor der Empfängnis und in der frühen Schwangerschaft unterstreichen.
Bei den Müttern sank das Risiko für Fehlbildungen, je höher ihr Vitamin-B12-Spiegel lag. Bei den Vätern ging das Risiko zunächst zurück, stabilisierte sich aber, sobald sie einen mäßig hohen Vitaminspiegel erreichten.
Die Ergebnisse machen aus Sicht der Forschenden deutlich, was frühere Arbeiten übersehen haben: Ein Vitamin-B12-Mangel des Vaters rund um die Empfängnis kann das Fehlbildungsrisiko ebenfalls beeinflussen.
Die Studie (Quelle auf Englisch), veröffentlicht im Fachjournal „Annals of Internal Medicine“, umfasste mehr als 3.000 Paare, die innerhalb von vier Monaten vor der Empfängnis Blutproben abgaben, sowie 17.765 Frauen, deren Blut bis zum vierten Schwangerschaftsmonat oder früher untersucht wurde.
Das Team maß die Spiegel von Vitamin B12 und B9 (Folat) und untersuchte, wie sie mit Fehlbildungen bei Lebendgeburten, Totgeburten und Schwangerschaften zusammenhängen, die wegen fetaler Auffälligkeiten beendet wurden.
Bei den Müttern fiel die berechnete Häufigkeit von Fehlbildungen von 49,6 auf 16,2 Fälle pro 1.000 Schwangerschaften, wenn man die niedrigsten mit den höchsten Vitamin-B12-Werten vergleicht. Bei den Vätern zeigte sich ein ähnlicher, aber schwächerer Effekt.
Mütter mit ausreichend Vitamin B9 in den roten Blutkörperchen zu Beginn der Schwangerschaft hatten ebenfalls eine niedrigere vorausberechnete Fehlbildungsrate.
Frühere Studien weisen zudem auf Vorteile im späteren Leben für Kinder hin, deren Mütter in der Schwangerschaft gut mit Vitamin B12 versorgt waren.
Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026, die 22 Studien auswertete, kam zu dem Schluss: Ein ausreichender Vitamin-B12-Status der Mutter hängt durchweg mit besseren Sprachfähigkeiten, einem besseren Gedächtnis und einer besseren kognitiven Leistung der Kinder zusammen.