Pablo Servigne: Das Coronavirus und die Theorie des Zusammenbruchs

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Der Franzose beschäftigt sich mit der Frage, wie die Welt nach dem Industriezeitalter aussehen könnte. euronews hat mit ihm gesprochen.

Bei den Genfer Filmfestspielen FIFDH stehen bereits dem Namen nach Menschenrechtsfragen im Mittelpunkt.

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Der französische Agrarwissenschaftlicher Pablo Servigne gilt als einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten Theorie des Zusammenbruchs, in der er sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie die Welt nach dem Industriezeitalter aussehen könnte.

„Verwundbarkeit unserer modernen vernetzten Welt“

„Das Klima ist ein wichtiger Punkt. In der Artenvielfalt, bei der Tierpopulation, im ganzen System bricht etwas zusammen. Und dann gibt es all die geopolitischen Spannungen, die Frage nach Energiequellen: Öl, Kernkraft, die Finanzen, die sehr empfindlich sind. Wir sehen das im Augenblick mit dem Coronavirus, das ein vorübergehendes Ereignis ist, aber die Verwundbarkeit unserer modernen vernetzten Welt sowie einer paradoxerweise starken wie gleichzeitig verwundbaren Wirtschaft zeigt“, sagt Servigne.

Der Film „Aquarela“ des russischen Regisseurs Viktor Kossakowski passt genau in diesen Themenbereich, die öffentliche Vorführung des Werks musste in Genf aufgrund des Coronavirus aber ausfallen.

„Wenn man nicht diese Macht der Basis hat, geschieht nichts“

Servigne: „Was wir heutzutage entdecken, könnte als Schreckensszenario eingestuft werden: Nämlich zu denken, dass man das Ende der Welt spürt und sich deshalb zum Handeln, mehr Demokratie und mehr sozialer Gerechtigkeit zuwendet. Es gibt unterschiedliche Ebenen: Die persönliche, die gesellschaftliche... Diese kleinen Ebenen sind grundlegend. Wenn man nicht diese Macht der Basis hat, geschieht nichts. Aber wenn man gleichzeitig keine Legitimität, keine Unterstützung, Finanzierung oder sogar eine politische Macht hat, dann geht es auch nicht voran. Es braucht ein Hand-in-Hand-Gehen der beiden.“

Die Einschränkungen wegen des Coronavirus machen den Veranstaltern der Genfer Filmfestspiele erheblich zu schaffen: Sie setzen deshalb darauf, die Leinwandfreunde am heimischen Bildschirm zu bedienen.

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