Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Bakus Museum für Moderne Kunst: Standort und Symbol zeitgenössischer Kunst in Aserbaidschan

Bakus Museum für Moderne Kunst: Standort und Symbol zeitgenössischer Kunst in Aserbaidschan
Von Paul Hackett

Die moderne Kunst in Aserbaidschan erlebt einen großen Aufschwung.

Während der Sowjetunion, vor der Unabhängigkeit des Landes, hatten es Kunstschaffende, deren Werke von der vorgegebenen Linie abwichen, nicht leicht.

Die jetzige Wiederbelebung der alternativen Kunstszene ist zum Teil dem Museum für Moderne Kunst in Baku zu verdanken, das eine Vielzahl zeitgenössischer Werken ausstellt.

Rasim Babajew im Blick

Kunstkennerin Dilara Vagabova erläutert: „Einer der aserbaidschanischen Künstler aus der Sowjetzeit, die von der sowjetischen Regierung nicht gerade bevorzugt wurden, war Rasim Babajew. Warum eigentlich? Das wird klar, wenn man sich sein Werk ansieht. Er porträtierte Menschen, wie sie in der sowjetischen Gesellschaft nicht hätten aussehen dürfen. Bei einer der Ausstellungen teilte ihm die Verwaltung mit, dass die Ausstellung nur eröffnet werden könne, wenn er eine Reihe seiner Bilder abhänge. Der Künstler sagte: ‚Das werde ich tun, denn wenn einige kleine Werke eine Bedrohung für einen so mächtigen Staat wie die Sowjetunion darstellen, dann sollen sie entfernt werden.‘“

Bahlulzade, Mirzazade, aber auch Dali und Picasso

Das 2009 in der Hauptstadt eröffnete Museum in Baku zeigt mehr als 800 avantgardistische Kunstwerke.

Darunter Arbeiten von Sattar Bahlulzade, Boyukaga Mirzazade, Elmira Shakhtakhtinskaya und Tahir Salachow. Darüber hinaus sind einige bedeutende Werke westlicher Künstler ausgestellt, vor allem von Salvador Dali, Pablo Picasso und Marc Chagall.

Die Sammlung wird regelmäßig durch neue Gegenstände ergänzt.

Lala Guliyeva vom Museum für Moderne Kunst sagt: „Unter den zahlreichen Werken, die in unserem Museum ausgestellt sind, zieht das Werk der Avantgarde-Künstlerin Aida Machmudowa die Aufmerksamkeit auf sich. Sie verwendet in ihren Werken untypische Stoffe wie Holzkohle, Epoxidharz und Bauschaum. Diese Technik bewirkt einen 3D-Effekt.“

Anlaufstelle der Kunstszene

Das vom französischen Architekten Jean Nouvel errichtete Museum nahm Anleihen beim aserbaidschanischen Künstler Altay Sadichzadeh und weist eine ungewöhnliche, mehrschichtige Anordnung auf.

Das Kunsthaus ist eine beliebte Anlaufstelle von Gästen, die nach Baku kommen, und auch für die hiesige Kunstszene von großer Bedeutung.

Für den einheimischen Künstler Batunaj Hagverdijew sind das Museum und die Umgebung von Baku sehr ideengebend.

„Ich verbringe viel Zeit an der kaspischen Küste, an einem der Strände in der Nähe von Baku, und beobachte, wie sich die Landschaft im Laufe der Jahreszeiten ändert. Im Sommer werden viele behelfsmäßige Bauten für die Menschen errichtet, die sich am Meer erholen wollen. Wenn der Sommer vorbei ist, holt sich die Natur diese Bauten zurück. Ich stelle in meinem Gemälde die Auswirkungen des Menschen auf die Natur dar, ohne Menschen zu zeigen“, so Hagverdijew.

Das Museum befindet sich in einem der belebtesten Viertel Bakus und ist das Herzstück der zeitgenössischen Kunstszene Aserbaidschans, die in den vergangenen zehn Jahren einen großen Aufschwung erlebt hat.