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Saudi-Arabien kürzt ambitionierte Pläne für "Superstadt" Neom

Ein Konsortium von Weltrang übernimmt die detaillierte Stadtplanung für Phase eins von THE LINE.
Ein Konsortium von Weltrang übernimmt die detaillierte Stadtplanung für Phase eins von THE LINE. Copyright  Credit: Neom
Copyright Credit: Neom
Von Paul Hackett
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach Jahren mit Mehrkosten und Verzögerungen wird Saudi-Arabiens "Neom-Projekt" deutlich zurückgefahren. Die asiatischen Winterspiele 2029 in Neom wurden verschoben.

Saudi-Arabien will Neom, sein Prestigeprojekt einer Superstadt, deutlich verkleinern.

Nach Medienberichten stellt sich Kronprinz Mohammed bin Salman, zugleich Vorsitzender von Neom, nun eine viel kleinere Entwicklung vor. Grund sind jahrelange Kostenüberschreitungen und Verzögerungen.

Am Samstag hat das Königreich die Asiatischen Winterspiele auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie waren für 2029 in Trojena geplant, einem Ganzjahres-Skigebiet in den Neom-Bergen.

Neben der Verkleinerung von Trojena wird Berichten zufolge auch The Line radikal neu gedacht. Die futuristische lineare Stadt ist das Herzstück von Neom. Ursprünglich sollte sie sich über 170 Kilometer vom Roten Meer aus durch Wüstengebirge ins Landesinnere ziehen.

Steigender Preisdruck

Die Kürzungen bei Neom und die Verschiebung der Asiatischen Winterspiele spiegeln offenbar wachsenden Druck auf die ambitionierten Projekte in Riad wider, bei verhaltenen Ölpreisen. Brent-Öl liegt derzeit knapp über 60 US-Dollar je Barrel.

Neom, etwa so groß wie Belgien, sollte als saudische Antwort auf das Silicon Valley dienen – als Zentrum für Technologie und futuristische Innovationen. Die veranschlagten Kosten lagen bei rund 500 Milliarden US-Dollar, jüngste Berichte nennen jedoch eine mögliche Gesamtsumme von bis zu neun Billionen US-Dollar.

Seit 2017 beworben, sollte die Wüsten-Megacity bis 2045 rund neun Millionen Menschen beherbergen. Saudi-Arabien wollte damit die Bevölkerung erhöhen und zur globalen Wirtschaftsmacht werden.

Zu den prominenten Teilprojekten gehören:

  • ‚The Line‘, eine lineare Stadt, die vom Roten Meer durch die Wüstenberge ins Landesinnere führt.
  • Trojena, ein Skigebiet, das für die Asiatischen Winterspiele 2029 ausgewählt wurde.
  • Oxagon, eine Industrie- und Logistikzone an der Küste.

Seit dem Start gibt es anhaltende Zweifel im Königreich und außerhalb, vor allem an seiner schieren Größe und der Machbarkeit.

‚The Line‘: Linie im Sand?

Bei der Präsentation der Pläne für The Line versprach bin Salman, die autofreie Stadt mit fliegenden Taxis und Roboter-Butlern werde die mit Abstand lebenswerteste der Welt.

Schon der Bau von zwei 500 Meter hohen Hochhäusern, die sich über 170 Kilometer entlang der Küste des Roten Meeres erstrecken sollen, wäre ein enormes Ingenieurvorhaben. Zudem sollte die gesamte Stadt vollständig mit erneuerbaren Energien laufen.

Bewohner sollten alle Dienste, die sie benötigen, in fünf Minuten zu Fuß von ihrem Zuhause erreichen.

Künstliche Intelligenz rückt in den Mittelpunkt

Da das Projekt nun deutlich bescheidener ausfallen dürfte, verlagert die saudische Regierung ihren Fokus offenbar auf die Industrialisierung von Neom – insbesondere als Knotenpunkt für Rechenzentren.

Die Lage an der Küste mit Zugang zu reichlich Meerwasser gilt als strategisch geeignet für solche Anlagen. Sie benötigen enorme Mengen Kühlwasser.

Die Diversifizierung der ölabhängigen Wirtschaft des Königreichs bleibt für den Kronprinzen oberste Priorität. Er will Saudi-Arabien als globalen Vorreiter bei künstlicher Intelligenz positionieren.

Neom wird vom saudischen Public Investment Fund (PIF) unterstützt, der mit fast einer Billion US-Dollar bewertet wird und ebenfalls vom Kronprinzen geleitet wird. Der Fonds treibt den Wandel des Königreichs voran und steht zunehmend unter Beobachtung: Er soll auf seine massiven Investitionen sichtbare Renditen liefern.

Die Verkleinerung von Neom fällt in eine Phase, in der Saudi-Arabien eine Reihe großer internationaler Veranstaltungen ausrichtet. Dazu zählen die Weltausstellung 2030 in Riad und die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2034. Beide erfordern enorme Infrastrukturinvestitionen und sind Teil von bin Salmans „Vision 2030“.

Weitere Quellen • AP

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