Im MUDE Design Museum präsentiert der portugiesische Künstler Alexandre Farto, bekannt als Vhils, seine „Selected Editions 2008–2024“. Die Ausstellung zeigt, wie der Graffiti-Pionier Materialien, Techniken und Traditionen neu interpretiert.
Die Ausstellung „Selected Editions 2008–2024“ im MUDE Design Museum in Lissabon zeigt eine Auswahl von Werken aus den vergangenen zwei Jahrzehnten des portugiesischen Künstlers Alexandre Farto, besser bekannt als Vhils.
Berühmt für seine in Graffiti und urbaner Kunst verwurzelte Bildsprache, hat Vhils ein kulturübergreifendes Werk geschaffen, das sich mit Themen wie Identität, Erinnerung, Stadtentwicklung und den Spannungen zwischen lokalen Realitäten und globalen Modellen auseinandersetzt.
Erkundung von Materialien und Techniken
Das Werk des Künstlers zeichnet sich durch die ständige Erprobung verschiedener Materialien und Techniken aus. Vhils nutzt oft unkonventionelle Werkzeuge mit einer klaren kommunikativen Absicht.
Die innovativen manuellen und industriellen Verfahren – insbesondere Drucktechniken –, die Vhils auf so unterschiedlichen Medien wie Papier, Stein, Beton und Keramik einsetzt, fordern nicht nur seinen künstlerischen Ausdruck heraus, sondern tragen auch zur Modernisierung der Herstellungsprozesse der Marken und Unternehmen bei, mit denen er zusammenarbeitet.
„Meine Editionen sind Reproduktionen, aber ich versuche, den automatisierten Produktionsprozess zu unterwandern. Es ist, als würde man an einer Wand arbeiten, ohne zu wissen, was sich darunter befindet – das Werk entsteht aus den Schichten der Geschichte im Material selbst. Ich gehe über die Oberfläche hinaus, perforiere Papier oder brenne es mit Säure, um sein Inneres zu enthüllen“, erklärt Vhils.
Die für die Ausstellung ausgewählten Werke betonen die zentrale Rolle, die sie in seiner künstlerischen Praxis spielen – als Raum für Experimente und als Plattform für die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern.
„Angesichts des beschleunigten Modells globaler Entwicklung versuche ich, die Spuren des Augenblicks einzufangen. Ich möchte den Wunsch wecken, innezuhalten, unsere Umgebung zu betrachten und die Flut an visuellen Informationen zu bremsen, die uns vielleicht ein Stück weit verschwinden lässt“, so der Künstler weiter.
„Vielleicht leben wir in einer Zeit, in der wir die Errungenschaften früherer Systeme – des Wohlfahrtsstaates, der Stabilität – wieder mehr wertschätzen sollten, statt sie fortwährend zu demontieren. Wir wissen nicht, was es bedeutet, ohne sie zu leben. Heute gegen das System zu sein, kann heißen, sich der Erzählung von der endlosen Informationsanhäufung zu widersetzen, die zerstört, was aufgebaut wurde.“
Neue Perspektive auf portugiesische Tradition
Parallel zur Ausstellung wird die Fliesenkollektion CLAY vorgestellt – eine Initiative, die Künstler, Designer und Architekten zusammenbringt. Sie reflektiert Vhils’ aktuelles Interesse an Fliesen und bietet eine zeitgenössische Neuinterpretation einer Tradition, die eng mit der portugiesischen Kultur verbunden ist.
Die Ausstellung „Selected Editions 2008–2024“ ist bis zum 1. März zu sehen. Der Eintritt ist für Einwohner Lissabons freitags von 17:00 bis 20:00 Uhr und sonntags von 10:00 bis 14:00 Uhr frei.
Mit dieser Schau stellt Vhils das Konzept der Kunst als einzigartiges und exklusives Werk infrage. Stattdessen versteht er sie als Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen, indem er Medien erforscht, die traditionell mit Grafikdesign und Werbung verbunden sind.