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Kulturkompass: Die besten Erlebnisse in Europa diese Woche

„56 Days“ - „The Moment“. Sandro Botticelli: allegorisches Frauenporträt, vermutlich Simonetta Vespucci, entstanden zwischen 1475 und 1490.
„56 Tage – Der Moment“: Sandro Botticellis allegorisches Porträt einer Frau, vermutlich Simonetta Vespucci, um 1475 bis 1490. Copyright  © Amazon Content Services LLC - A24 - Bozar
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Von Amber Louise Bryce
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Charli XCXs neuer Song „The Moment“, frühe Zeichnungen von Lucian Freud und eine Krimiserie in der Corona-Pandemie: Darauf können Sie sich diese Woche freuen.

In unserem Wochenüberblick ist diesmal alles dabei: Schönheit, Brats und riesige Zitronen-Festwagen.

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Der Februar ist zwar ein kurzer Monat. Langweilig ist er aber sicher nicht. Neue Ausstellungen spannen den Bogen von Schönheitsidealen der Renaissance bis zu rebellischen walisischen Künstlerinnen und Künstlern. Und Charli xcx’ heiß erwartete Mockumentary The Moment lässt den Geist des Brat Summer wieder aufleben – nur um ihm anschließend einen Speer durch seine schleimig-grüne Oberflächlichkeit zu rammen.

Nicht in der folgenden Auswahl, aber trotzdem einen Blick wert, sind eine Louise-Bourgeois-Ausstellung in Trondheim und die laufenden Feierlichkeiten im Casa Batlló in Barcelona zum hundertsten Todestag von Antoni Gaudí.

Bis zum nächsten Mal: Viel Spaß – und nicht zu viele Zitronen.

Ausstellungen

Schönheit und Hässlichkeit in der Renaissance (Bellezza e Bruttezza)

Bellezza e Bruttezza Niccolò Frangipane (zugeschrieben) Bacchisches Mahl, um 1580.
Bellezza e Bruttezza Niccolò Frangipane (zugeschrieben) Bacchisches Mahl, um 1580. Niccolò Frangipane (attribué à) Repas bachique, c 1580 Oil on canvas, 122 x 154 cm Musée municipal de Soissons

Wann: 20. Februar bis 14. Juni 2026

Wo: Bozar (Brüssel, Belgien)

Im Zeitalter von Instagram-Filtern, Brazilian Butt Lifts und KI-Schauspielerinnen war unser Blick auf Schönheit noch nie so verzerrt. Wie sind wir hierher gekommen? Schönheitsideale verändern sich ständig mit kulturellen und gesellschaftlichen Werten. Im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert wurden sie besonders wichtig. Bozar in Brüssel zeichnet diesen Wendepunkt anhand von Werken von Botticelli, Tizian, Leonardo da Vinci und Michelangelo nach. Ihre Bilder zeigen, wie sich die Grenze zwischen Schönheit und Hässlichkeit verschoben hat. Die Schau ist ebenso faszinierend wie aktuell und rückt die Wandelbarkeit unserer Wahrnehmung in den Mittelpunkt. Gleichzeitig kommen Besucherinnen und Besucher einigen der bedeutendsten Meisterwerke der Kunstgeschichte ganz nahe.

Lucian Freud: Drawing into Painting

Porträt eines jungen Mannes, 1944 (schwarze und weiße Kreide auf Papier)
Porträt eines jungen Mannes, 1944 (schwarze und weiße Kreide auf Papier) © The Lucian Freud Archive. All Rights Reserved 2025 / Bridgeman Images. Private Collection.

Wann: Bis zum vierten Mai 2026

Wo: National Portrait Gallery (London, Vereinigtes Königreich)

Lucian Freud gehört zu den prägenden figurativen Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts. Berühmt ist er vor allem für seine intimen Porträts von Freundinnen, Freunden und Familienmitgliedern. Seine Bilder wirken spontan und sind zugleich von großer Detailfülle. Die pastose Malerei legt die ungeschönten Innenwelten auch fremder Menschen frei – ein Blick, den er in hyperrealistischen Zeichnungen einübte. Eine selten gezeigte Auswahl dieser Arbeiten ist nun in der National Portrait Gallery in London zu sehen. Die Blätter treten dort in einen Dialog mit späteren Gemälden und machen die Entwicklung seines künstlerischen Prozesses sichtbar.

Bonus-Tipp: Die rebellische, nach Freiheit strebende walisische Künstlerin Gwen John erhält im National Museum Cardiff mit der Ausstellung „Strange Beauties“ endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient – noch bis 28. Juni 2026.

Events

„Fête du Citron“ (Zitronenfest)

Das Zitronenfest in Menton, Frankreich.
Das Zitronenfest in Menton, Frankreich. AP / Photo by Daniel Cole

Wann: Bis zum ersten März 2026

Wo: Menton, Frankreich

Wenn das Leben Ihnen ein Zitronenfest schenkt, sollten Sie schnell hinfahren.

Falls Sie es noch nicht wussten: Die südfranzösische Küstenstadt Menton ist berühmt für ihre leuchtend gelben Zitronen. Schon 1934 veranstaltete sie ihnen zu Ehren erstmals ein Festival. Damit wollte die Stadt den Tourismus ankurbeln und ihren Ruf als eine der wichtigsten europäischen Zitronenhochburgen festigen. Seither hat sich das Fest zu einer festen kulturellen Tradition entwickelt – eine von vielen skurrilen, aber herzlichen (hier eher herben) Veranstaltungen in Europa, die Menschen zusammenbringen und das lokale Erbe feiern. Zu sehen gibt es spektakuläre Festwagen, geschmückt mit Orangen und Zitronen, reichlich Saft gegen den Durst und eine ausgelassene Stimmung, die garantiert Lust auf mehr Lebensfreude macht.

Space by Luxmuralis

St Martin-in-the-Fields SPACE Luxmuralis.
St Martin-in-the-Fields SPACE Luxmuralis. Courtesy Luxmuralis

Wann: 17. bis 21. Februar

Wo: St Martin-in-the-Fields (London, Vereinigtes Königreich)

Diese immersive Installation in der Londoner Kirche St Martin-in-the-Fields feiert Licht und Klang in voller Pracht und versetzt das Publikum in ferne Galaxien. Sterne, Planeten und Sonnensysteme ziehen vor der historischen Kulisse vorbei und erzählen eine hypnotische Reise durch Zeit und Raum. Der britische Künstler und Bildhauer Peter Walker wollte damit ein „modernes Glasfenster“ schaffen, das Wissen vermittelt und für alle zugänglich ist.

Filme

The Moment

Wo: Kinos in Großbritannien und Irland

Wann: 20. Februar

Nach der Veröffentlichung von Wuthering Heights geht der Brat-Winter weiter – mit Charli xcx’ Mockumentary The Moment, die den Zeitgeist treffsicher einfängt. Der Film hält die Sängerin auf dem Höhepunkt ihres Ruhms im Brat Summer 2024 fest und kommentiert zugleich, wie flüchtig kulturelle Trends sind und wie der Kapitalismus viele davon in reinen „Enshittification“-Content verwandelt. Während xcx sich mit narzisstischen Filmemacherinnen und Filmemachern, bissigen Dermatologinnen und Dermatologen und Online-Gegenwind herumschlägt, bekommt der schleimig-grüne Glanz ihres Erfolgs Risse. Dahinter zeigt sich, wie riskant es ist, eine öffentliche Figur aufzubauen, die nur funktioniert, solange sie im Gespräch bleibt.

Bonus-Tipp: Gore Verbinskis weltrettendes Abenteuer Good Luck, Have Fun, Don’t Die läuft ab 20. Februar in ausgewählten Kinos.

Serien

56 Days

Wo: Prime Video

Wann: 18. Februar

Die COVID-19-Pandemie hat unzählige psychologische Thriller inspiriert, doch in 56 Days dient sie nur als Bühne für einen Mordfall. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Catherine Ryan Howard und folgt Ciara (Dove Cameron) und Oliver (Avan Jogia), die sich kurz vor dem ersten Lockdown kennenlernen und überstürzt zusammenziehen. Sechsundfünfzig Tage später liegt eine Leiche in ihrer Wohnung und beginnt zu verwesen. Was ist passiert? Wie ist der Körper dorthin gekommen? Die Episoden springen zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her, setzen das Puzzle nach und nach zusammen und legen die dunklen Abgründe dieser Beziehung frei.

Bonus-Tipp: Die zweite Staffel der Apple-TV+-Thrillerserie The Last Thing He Told Me, in der eine Frau nach ihrem verschwundenen Ehemann sucht, ist ab 20. Februar im Stream verfügbar.

Musik

Moby: Future Quiet

Wann: 20. Februar

Der US-Musiker Moby meldet sich mit seinem dreiundzwanzigsten Studioalbum zurück – ja, Sie haben richtig gelesen. Mit seinen genreübergreifenden Sounds und seinem Einsatz von Ambient-Samples, besonders auf Play, prägte er einst die Clubszene der Neunziger und frühen Zweitausender. Sein Einfluss ist inzwischen geringer geworden, doch seine Produktivität und seine Lust, ständig neue Stile auszuprobieren, sind ungebrochen. Auf Future Quiet dominieren zurückgenommene Instrumentals und Stücke wie die gleichnamige, eher düstere Single, die auch in der letzten Staffel von Stranger Things zu hören war. Das Album lädt dazu ein, dem Lärm des Alltags in eine fast schwerelose Klangwelt zu entfliehen.

Bonus-Tipp: Nach mehr als einem Jahrzehnt Pause veröffentlicht die kanadische Musikerin Peaches am 20. Februar ihr siebtes Studioalbum No Lube So Rude.

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