George Lucas warnt im Interview: Wer KI im Film ablehnt, ist wie jemand, der Autos verweigert und lieber weiter auf Pferde setzt - der Weg zur dunklen Seite.
Die Debatte über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Film wird immer heftiger und spaltet die Branche. Nach dem Gegenwind gegen Martin Scorseses Unterstützung eines KI-Unternehmens für Storyboards hat sich nun George Lucas geäußert: Für ihn gehört die Technologie unausweichlich zur Zukunft des Kinos.
Im Gespräch mit A Rabbit’s Foot (Quelle auf Englisch) wurde der Schöpfer von „Star Wars“ nach der Rolle von KI im Filmbereich gefragt.
Viele sehen in KI eine existentielle Bedrohung für die Filmkunst. Schauspieler und Regisseurinnen schildern, wie KI-Systeme mit Werken trainiert wurden, die Menschen geschaffen haben – ohne deren Zustimmung.
Lucas wischte diese Sorgen beiseite und sagte: „Künstliche Intelligenz bedeutet, dass es für uns viel einfacher wird, Filme zu machen. Es ist, als würde man hier sitzen und sagen: ‚Ich finde, Pferd und Kutsche sind das einzig Wahre. Diese Autos gehen kaputt, sie brauchen Benzin, es gibt allerhand Probleme mit ihnen, und bald baut man sie zu Panzern um, mit denen Menschen getötet werden. Schrecklich.‘ Daran lässt sich nichts ändern. Das ist Fortschritt, das ist die Zukunft.“
Er ergänzte: „Wenn Sie eine KI wollen, die erkennt, wann etwas gefälscht ist und woher es stammt, dann kann KI das leisten. Menschen können es nicht, so schlau sind wir nicht. Entscheidend ist: Sie sind ein Mensch, Sie tragen Verantwortung für das, was Sie sagen und tun. Wenn Sie etwas Illegales machen, sollten Sie dafür bestraft werden. Was immer Sie tun, sollte Ihnen zugeschrieben werden. Genau wie im echten Leben.“
Viele Stimmen kritisieren inzwischen die Aussagen von Lucas. Die Reaktionen finden Sie unten:
Zum Glück melden sich auch prominente Kreative zu Wort, die die Bedeutung menschlichen Schaffens verteidigen.
Der mit einem Oscar ausgezeichnete Regisseur Christopher Nolan hat kürzlich in einem Interview seine Gedanken zu KI und zur Zukunft des Kinos geteilt und erklärt, er sei zuversichtlich, dass jüngere Generationen „KI-Müll“ weiterhin ablehnen und praktische Effekte zu schätzen wissen.
Nolan beobachtet bei jungen Filmschaffenden eine „rasante, umfassende Abkehr von einem vermeintlich grundlegenden Technologiesprung“. Seine vier Kinder reagierten, so Nolan, auf KI „sofort und sehr kritisch“.
„Ihr Urteil über KI-Müll fällt unmittelbar und hart aus. Sie durchschauen sehr schnell, womit sie es zu tun haben – und können es leichter erkennen, weil diese Technologie aus einer Online-Welt entstanden ist, die sie genau kennen. Das heißt nicht, dass jeder Aspekt dieser Technik nutzlos oder bedeutungslos wäre. Aber im Filmbereich kommt sie zum exakt falschen Zeitpunkt.“
Nach Jahren, in denen das Kino immer stärker auf virtuelle Welten zugesteuert habe, beobachte man nun wieder ein wachsendes Interesse an greifbareren, realeren Formen des Erzählens, so Nolan.