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Christopher Nolan: Zukunft des Kinos, junge Generation lehnt KI-Schrott ab

Christopher Nolan sieht Zukunft des Kinos positiv und lobt junge Generation für klare Absage an KI-Schund
Christopher Nolan über Zukunft des Kinos: Jüngere Generation lehnt KI-Schrott komplett ab Copyright  AP Photo
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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„Wir haben enorm viel Energie in KI gesteckt. Aber diese Generation lehnt sie völlig ab“, sagte Christopher Nolan vor dem Start von „The Odyssey“.

The Odyssey kommt bald in die Kinos. Oscarpreisträger Christopher Nolan macht aus Homers antikem Epos das Blockbuster-Ereignis des Jahres 2026.

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Der Film ist Nolans Nachfolgeprojekt zu Oppenheimer. Es ist nicht nur der teuerste Film seiner Karriere mit einem geschätzten Budget von 250 Millionen Dollar. Er ist auch der erste Spielfilm, der vollständig mit 70-Millimeter-Kameras von IMAX gedreht wurde.

Kurz vor dem weltweiten Kinostart am Freitag zeigt sich Nolan zuversichtlich für die Zukunft des Filmemachens – ohne den Einsatz von KI.

Der Regisseur kritisiert seit Langem den Trend, sich immer stärker auf diese Technologie zu verlassen. Er ist überzeugt, dass jüngere Generationen das von ihm als „AI slop“ bezeichnete Material weiter ablehnen und praktische Effekte hoch schätzen.

Nolan beobachtet bei jungen Filmschaffenden eine „rasche, umfassende Abkehr von einem angeblich grundlegenden Technologiesprung“.

„So viel Energie ist darauf verwendet worden, KI in den Prozess zu holen. Wenn man sich die Reaktion dieser Generation ansieht, lehnt sie das komplett ab“, sagte der Regisseur in einem neuen Interview mit dem The Telegraph (Quelle auf Englisch). Er verwies dabei auf den 21-jährigen Backrooms-Regisseur Kane Parsons und den 26-jährigen Obsession-Regisseur Curry Barker. Für Nolan stehen sie für eine neue Generation, die die handwerklichen Seiten des Kinos wiederentdeckt.

Nolan erzählte außerdem, dass seine vier Kinder, die er gemeinsam mit seiner Frau und langjährigen Produzentin Emma Thomas hat, sehr spontan und scharf auf KI reagieren.

„Ihr Urteil über AI slop fällt sofort und vernichtend aus“, sagte er. „Sie durchschauen das sehr schnell – und sie können es viel leichter erkennen, weil es aus einer Online-Welt hervorgegangen ist, die sie in- und auswendig kennen. Das bedeutet nicht, dass jeder Aspekt dieser Technologie nutzlos oder bedeutungslos ist. Für das Filmemachen kommt sie jedoch zum exakt falschen Zeitpunkt.“

Nach Jahren, in denen das Kino immer stärker auf virtuelle Welten zugesteuert ist, sieht Nolan jetzt „ein neues Interesse an greifbareren, realeren Formen des Erzählens“.

Christopher Nolan und Produzentin Emma Thomas - 5. Juli 2026
Christopher Nolan und Produzentin Emma Thomas - 5. Juli 2026 AP Photo

Nolan ist dafür bekannt, weder E-Mails zu nutzen noch ein Smartphone zu besitzen. Er möchte sein Privatleben, ebenso wie seine Arbeit am Film, fest in der physischen Realität verankern.

Seine Haltung steht derzeit im Kontrast zu einer Branche, die digitalen Trends hinterherläuft und generative KI für sich gewinnen will. Zugleich wachsen die Sorgen um den Schutz geistiger Eigentumsrechte und um die Existenzbedrohung, die künstliche Intelligenz für die Unantastbarkeit menschlicher Kreativität darstellt. Diese Fragen gehörten zu den zentralen Streitpunkten des Streiks in Hollywood 2023, der Produktionen stoppte und die Studios Milliarden kostete.

Nolan (Mitte) mit dem Ensemble von „The Odyssey“ bei der Filmpremiere am Montag, 6. Juli 2026, in London
Nolan (Mitte) mit dem Ensemble von „The Odyssey“ bei der Filmpremiere am Montag, 6. Juli 2026, in London AP Photo

Ab Freitag läuft The Odyssey im Kino. Der Film erzählt von Odysseus’ gefährlicher Heimreise nach dem Trojanischen Krieg. Das Epos gilt als Grundpfeiler der westlichen Literatur und enthält einige der bekanntesten Geschichten der griechischen Mythologie, darunter die Sirenen, das Trojanische Pferd und den Kampf mit dem Kyklopen.

In den Hauptrollen sind Matt Damon, Tom Holland, Anne Hathaway, Zendaya, Charlize Theron, Robert Pattinson, Samantha Morton und Lupita Nyong’o zu sehen. Schon vor dem Start sorgte der Film für mehrere Kontroversen.

Elon Musk und andere rechtsgerichtete Akteure haben sich lautstark darüber beschwert, dass Nyong’o die Rolle der Helena von Troja spielt, einer mythologischen Figur, die als schönste Frau der Welt gilt. Im Netz gab es zudem Widerspruch gegen den Einsatz moderner englischer Dialoge. Nolan reagierte darauf mit den Worten: „Diese Debatten, die geführt werden, bevor die Leute den Film überhaupt gesehen haben, sind immer irrelevant, weil keiner von ihnen weiß, was der Film tatsächlich ist.“

The Odyssey startet am Freitag, 17. Juli. Bei Euronews Culture lesen Sie demnächst unsere ausführliche Kritik.

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