Seit fünf Jahrzehnten pendelt die Britin mühelos zwischen Kultfilmen und Blockbustern. Den Preis, den sie mit Werner Herzog erhält, ergänzt ihre Oscar-, BAFTA-, Emmy- und Golden-Globe-Nominierungen.
Winter 1999. Beim Dreh einer der berühmtesten Szenen von „Mulholland Drive“ erhält die damals noch unbekannte Naomi Watts plötzlich Applaus vom gesamten Team am Set – einschließlich des Regisseurs, des inzwischen verstorbenen David Lynch. Später erinnert sich die Schauspielerin daran, wie Lynch mit diesem unvergesslichen Traumdrama ihre Karriere in Gang setzte.
Mehr als 20 Jahre später erhält die britische Schauspielerin den Donostia-Preis des Filmfestivals von San Sebastián, des Zinemaldia. Bis dahin hat sie in Horrorklassikern wie „The Ring“, in großen Kassenerfolgen wie „Lo imposible“ von Juan Antonio Bayona und sogar in Ryan Murphys TV-Camp-Serie „Feud“ mitgespielt.
Watts, zweimal für den Oscar und die Golden Globes nominiert, sowie je einmal für die britischen BAFTA, die spanischen Goya und den Fernseh-Emmy, gilt beim traditionsreichen Festival in San Sebastián als „eine der talentiertesten und bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Generation“. Zu den Regisseuren von Rang, mit denen die Britin gearbeitet hat, zählen Alejandro Iñárritu – in „21 gramos“ und „Birdman“ –, Michael Haneke, Woody Allen und Noah Baumbach.
Die Jury des Zinemaldia hat bestätigt, dass Watts den Preis am 19. September bei einer Gala entgegennehmen wird. Im Anschluss zeigt das Festival den Film „La esposa perfecta“ von Ben Shirinian, in dem Watts eine Rolle spielt. Das Drama erzählt von einem jungen „NYT“-Reporter, der in Queens auf einen mutmaßlichen ehemaligen NS-Offizier stößt und gleichzeitig mit dessen Ehefrau Freundschaft schließt.
Das Festival hatte bereits im August bekannt gegeben, dass der erste Donostia-Preis an den Regisseur, Drehbuchautor, Produzenten und Schauspieler Werner Herzog geht. Zu den bisherigen Geehrten des baskischen Wettbewerbs zählen unter anderem Gregory Peck, Bette Davis, Lauren Bacall, Francis Ford Coppola, Agnes Vardà, Catherine Deneuve und Pedro Almodóvar.