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State of the Union: Warum die EU für Moskau ein unzuverlässiger Partner ist

Moskaus Botschafter bei der EU, Wladimir Tschitschow, im Gespräch mit Efi Koutsokosta
Moskaus Botschafter bei der EU, Wladimir Tschitschow, im Gespräch mit Efi Koutsokosta Copyright Spencer Rasson, Euronews
Copyright Spencer Rasson, Euronews
Von Stefan GrobeEfi Koutsokosta
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Unser Wochenend-Magazin diese Woche mit folgenden Themen: Mord an Italiens Botschafter im Kongo; neue EU-Sanktionen gegen Russland; Perseverance landet erfolgreich auf dem Mars. Das Interview der Woche ist mit dem russischen Botschafter bei der EU, Wladimir Tschitschow.

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Diplomaten dienen ihren Ländern bisweilen in gefährlichen Regionen. Dies wurde uns jetzt wieder auf traurige und brutale Art in Erinnerung gerufen. In dieser Woche trauerte Italien um seinen Botschafter im Kongo und dessen Leibwächter.

Luca Attanasio und Vittorio Iacovacci wurden bei einem Angriff auf einen UN-Konvoi getötet. Sie waren unterwegs zu einem Schulspeisungsprojekt der Welternährungsorganisation. Der Anschlag ereignete sich im Osten Kongos nahe der Stadt Goma. DIese Gegend ist für Gewalttaten berüchtigt.

Als die Nachricht von dem Anschlag bekannt wurde, verließ der italienische Außenminister eine Sitzung mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Die Runde hatte Sanktionen gegen russische Staatsdiener zugestimmt, die für die Verfolgung von Oppositionsführer Alexej Nawalny verantwortlich sind. Die EU-Außenminister enthüllten keine Namen, sagten aber, sie wollten eine Liste mit Personen aufstellen, die individuell bestraft würden.

Der Vorzug, den die EU nur kleineren Sanktionen gab, ist Ausdruck der Spaltung der Mitgliedsstaaten darüber, wie mit Russland umgegangen werden soll. Einige wollen einen Dialog mit Putin. Doch wie ist die Meinung in Russland? Wie sieht Moskau die neuen Sanktionen der EU-Außenminister?

Dazu das folgende Interview mit Moskaus Mann in Brüssel, Botschafter Wladimir Tschitschow.

Tschitschow: Es scheint als hätten die EU-Außenminister bei ihrer Reaktion einen schmalen Grad zwischen Pest und Cholera gewählt. Zum einen reiten sie damit auf einer Welle von anti-russischen Emotionen unter den liberalen Meinungsführern, zu der leider auch Mitglieder des Europäischen Parlaments gehören.

Zum anderen haben sie vor einem Schaden für die wirtschaftlichen Interessen der EU zurückgescheut, nämlich in der Form der Nord Stream 2 Pipeline in der Ostsee. Und drittens wollten sie nicht die aufblühende Romanze mit der neuen US-Administration gefährden. Das war also ein schmaler Grad.

Ob sie damit Erfolg haben, weiß ich nicht. Aus unserer Sicht wurde natürlich wieder eine Chance vertan, die europäisch-russischen Beziehungen zu korrigieren. Stattdessen war das nu ein weiterer Schritt hin zu einer erneuten Verschlechterung unseres Verhältnisses.

Euronews: Der russiche Außenminister hat die EU einen "unzuverlässigen Partner" genannt´ - warum?

Tschitschow: Es gibt ein russisches Sprichwort: Wenn du auf den Boden fällst, dann klopft immer jemand von unten an die Decke. Ich glaube nicht, dass dies das Ende unserer Beziehungen ist. Es ist vielmehr schlecht für uns beide, dass unser Verhältnis eine Geisel von Entwicklungen in einem Drittland geworden ist, nämlich der Ukraine. Die Vorgänge dort behindern jegliche Veränderung der EU-Position gegenüber Russland.

Wenn man einen Partner hat, der aus unerklärlichen Gründen und ohne Beweise Entscheidungen trifft, um einseitig restriktive Maßnahmen umzusetzen oder um kaum positive Erklärungen abzugeben, dann muss man natürlich diesen Partner als unzuverlässig ansehen.

Das Interview führte Efi Koutsokosta.

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