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Brüssel will europäischen Datenraum im Gesundheitswesen

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Von Stefan Grobe  & Ana Lazaro
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Die EU-Kommission will das Gesundheitswesen digitalisieren - zum Vorteil aller
Die EU-Kommission will das Gesundheitswesen digitalisieren - zum Vorteil aller   -   Copyright  Virginia Mayo/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Die EU-Kommission hat einen Plan vorgelegt, wonach das Gesundheitswesen in der EU digitalisiert und ein größerer Zugang zu medizinischen Daten ermöglicht werden soll. Bis 2025 sollen diese Daten somit für Patienten, Ärzte, Aufsichtsbehörden und Forscher leichter erhältlich sein. Auf diese Weise sollen Diagnosen verbessert und unnötige Kosten vermieden werden.

Gesundheitsdaten bedeuteten Macht, sagte Kommissions-Vizepräsident Margaritis Schinas. Sie seien das Blut, das durch die Venen des Gesundheitssystems fließe. Die vorgeschlagene Plattform sei in der Welt einmalig und eine Revolution der europäischen Medizingeschichte.

Je größer die Nutzung etwa von leicht zugänglichen elektronischen Rezepten würde zu einer deutlichen Kostensenkung führen. In vielen Ländern gibt es immer noch Rezepte auf Papier. Doch bis zur endgültigen Verabschiedung der Regelung dürfte es noch ein weiter Weg sein.

Verbraucherschützer sehen Vorteile, aber auch Risiken. Alle Beteiligten des Gesundheitswesens seien bereit, ihre Daten zur Verfügung zu stellen, aber nicht zu jedem Preis, sagt Arthur Dauphin von einem französischen Verband. Es komme daher darauf an, einen Rahmen zu schaffen, der zugleich für Vertrauen sorge, damit möglichst alle einen großen Nutzen von dieser europäischen Plattform zögen. Die Bürger hätten hohe Erwartungen an ein solches System vor allem bei Fragen des Datenschutzes und der Weitergabe dieser Daten.

Die Kommission hofft, dass die digitale Plattform die Fehlerrate beim Ausstellen von Rezepten verringert und zugleich die medizinische Forschung unterstützt wird.