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Wo sind die besten Standorte für Unternehmen in Europa 2026?

Europa in Bewegung
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Von Alessio Dell'Anna & Baptiste Goudier
Zuerst veröffentlicht am
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Dänemark, die Schweiz und Irland gehören zu den attraktivsten Ländern für Arbeitgeber in Europa, da sie über gut ausgebildete Fachkräfte, hohe Produktivität und vertrauenswürdige Institutionen verfügen.

Europa wird regelmäßig als erstklassiger Investitionsstandort angepriesen: Die von ausländischen Anlegern gehaltenen Direktinvestitionsbestände belaufen sich allein in der EU, dem nach der Zahl der Verbraucher größten Einzelmarkt der Welt, auffast 10 Billionen Euro.

Vor diesem Hintergrund sind externe Unternehmen immer auf der Suche nach dem besten Standort, um sich niederzulassen Aber die politische, legislative und administrative Zersplitterung Europas macht es schwer, genau herauszufinden, welches Land das beste sein könnte.

Eine neue Studie, die eine Rangliste der besten und schlechtesten Standorte für Unternehmen aufstellt, die in Europa Beschäftigte einstellen wollen, könnte ihnen helfen, den idealen Ort zu finden.

Laut Conference Board - einem globalen Think Tank für Wirtschaftsforschung mit Hauptsitz in den USA - machen hervorragende Qualifikationen, eine starke Unternehmenskultur und relativ moderate Arbeitskosten Dänemark zum besten Land für Unternehmen, die sich in Europa niederlassen oder expandieren wollen.

Die Top 10 des Berichts werden von Nordeuropa dominiert, zusammen mit kleineren, aber wohlhabenden Volkswirtschaften, die sich durch Anpassungsfähigkeit und Qualifikationen auszeichnen.

Jede der Kategorien wird auf einer Skala von 100 Punkten bewertet.

Die Schweiz, die hinter Dänemark an zweiter Stelle steht, war das einzige Land, das in den Kategorien Talente und Fähigkeiten die perfekte Punktzahl von 100 erreichte - obwohl die hohen Lebenshaltungskosten für Unternehmen, die dort einstellen möchten, eine Herausforderung bleiben.

Deutschland: Demografischer Druck und hohe Arbeitskosten

Deutschland ist die einzige G7-Wirtschaft, die es in die Top 10 geschafft hat.

Der Bericht weist jedoch auf Probleme hin, wie den demografischen Rückgangder Erwerbsbevölkerung, der das Arbeitskräfteangebot bedroht, sowie steigende Arbeitskosten und die langsame Einführung der Digitalisierung.

Auch bei der Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitskräfte schneidet Deutschland besonders schlecht ab (25) und erhält nach Portugal (19) die zweitschlechteste Bewertung unter den 20 Ländern, die insgesamt am besten abschneiden.

Großbritannien: Brexit-Chaos durch viele Talente gemildert

Das Großbritannien liegt dicht hinter Deutschland auf Platz 12 und wird durch die Unsicherheiten bei der Regulierung nach dem Brexit sowie durch chronisch ungleiche regionale Investitionen gebremst.

Die Forschenden sagen jedoch, dass der britische Arbeitsmarkt relativ flexibel bleibt, unterstützt durch die dynamische Schaffung von Arbeitsplätzen und einen starken Dienstleistungssektor mit einer soliden Talentbasis.

"Das Gesamtprofil zeigt ein agiles, aber eingeschränktes Arbeitsumfeld, das auf dienstleistungsorientiertes Wachstum und internationale Talentströme angewiesen ist", heißt es in dem Bericht.

Frankreich und Italien: Andere Probleme, ähnliches Ranking

Frankreich (auf Platz 18) und Italien (auf Platz 20) schneiden weniger gut ab.

Die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs wird durch seine rigiden Strukturen beeinträchtigt: "Komplexe Vorschriften und begrenzte Flexibilität verlangsamen die Geschwindigkeit, mit der sich Unternehmen anpassen und skalieren können", erklärt der Hauptautor des Berichts, Robert Maillard, im Gespräch mit Europe in Motion.

Das andere Extrem scheint Italien zu sein, das durch Herausforderungen in der Unternehmensführung, Probleme mit der Qualität des Managements und langsame Innovation außerhalb seiner traditionellen Industriecluster beeinträchtigt wird.

"Italien mangelt es nicht an Fähigkeiten - es kämpft nur damit, sie in Produktivität umzuwandeln", so Maillard. "Die schwache digitale Verbreitung, der demografische Niedergang und die Reibungsverluste in der Verwaltung verhindern, dass sich ein starkes industrielles Know-how in einer wirtschaftlichen Gesamtleistung niederschlägt."

"Beide Länder verfügen über starke Talente und Institutionen, aber strukturelle Reibungen begrenzen, wie effektiv dieses Potenzial in Agilität und Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt wird", erläutert der Wissenschaftler.

Was ist den internationalen Headhuntern am wichtigsten?

Die Organisation befragte auch Personalchefs und Führungskräfte, worauf sie bei ihren Beschäftigten achten, wenn sie überlegen, wohin sie ihren Standort verlagern und expandieren wollen.

Das Vorhandensein der richtigen Qualifikationen für aktuelle und künftige Aufgaben hat Priorität (51 Prozent). Hohe Produktivität, unterstützt durch starke technologische Fähigkeiten (28 Prozent) stehen an zweiter Stelle. Dort platzieren sich auch wettbewerbsfähige Arbeitsabgaben wie Steuern, um die Kosten niedrig zu halten (28 Prozent).

Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt wurde mit überwältigender Mehrheit als der am wenigsten wichtige Faktor genannt (62 Prozent).

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