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Brandanschlag auf jüdische Krankenwagen in London: Vier Beschuldigte vor Gericht

Blick auf verbrannte Krankenwagen auf einem Parkplatz in Golders Green in London, 23. März 2026
Blick auf verbrannte Krankenwagen auf einem Parkplatz in Golders Green in London, 23. März 2026 Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Vier Männer stehen nach dem Brandanschlag auf den jüdischen Rettungsdienst Hatzola in London vor Gericht. Zugleich wächst in Großbritannien die Sorge vor Angriffen auf jüdische Ziele durch kriminelle Stellvertreter Teherans.

Vier Männer, die wegen eines Brandanschlags auf Krankenwagen einer jüdischen Wohltätigkeitsorganisation in London angeklagt sind, sind am Freitag erstmals vor einem britischen Gericht erschienen. Dabei setzte die Richterin einen Termin für den Prozess fest.

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Bei dem Anschlag am 23. März in Golders Green im Norden Londons wurden vier Fahrzeuge zerstört, die in der Nähe einer Synagoge geparkt waren. Es folgte eine Reihe ähnlicher Vorfälle, die sich vor allem gegen Einrichtungen in der Hauptstadt richteten, die mit Israel oder der jüdischen Gemeinschaft in Verbindung stehen.

Die Londoner Polizei hat im Zusammenhang mit den Anschlägen bislang 25 Personen festgenommen. Sie prüft unter anderem, ob es sich bei den Beteiligten um bezahlte Handlanger handelt.

Die vier jungen Männer, die vor dem Strafgericht Old Bailey im Zentrum Londons erschienen, sind wegen des Angriffs auf den jüdischen freiwilligen Notfalldienst Hatzola angeklagt.

Die Organisation wurde 1979 gegründet, arbeitet mit Freiwilligen und bietet den Bewohnern Nordlondons kostenlose Krankentransporte und Notfallhilfe an.

Der 20-jährige Hamza Iqbal und der 19-jährige Rehan Khan, beide aus Leyton im Osten Londons, saßen in grauen Trainingsanzügen auf der Anklagebank.

Eine Gerichtsskizze von Hamza Iqbal, rechts, und Rehan Khan auf der Anklagebank im Old Bailey, 24. April 2026
Gerichtsskizze von Hamza Iqbal, rechts, und Rehan Khan auf der Anklagebank im Old Bailey, 24. April 2026 AP Photo

Der 18-jährige Judex Atshatshi aus Dagenham im Osten Londons sowie ein 17-Jähriger mit britisch-pakistanischer Doppelstaatsangehörigkeit aus Walthamstow im Nordosten der Stadt, dessen Name wegen seines Alters nicht genannt werden darf, wurden per Videoschalte zugeschaltet.

Sie bestätigten ihre Namen und ihr Alter. Khan bezeichnete die Haftbedingungen gegenüber Richterin Bobbie Cheema-Grubb als "hart".

Die Richterin setzte den Prozessbeginn auf den 27. Januar 2027 fest. Das Verfahren soll voraussichtlich vier Wochen dauern. Zudem ordnete sie an, dass alle vier Angeklagten bis dahin in Haft bleiben.

Cheema-Grubb entschied außerdem, dass alle Beschuldigten gemeinsam am Old Bailey vor Gericht gestellt werden können. Der Fall des 17-Jährigen müsse nicht vor einem Jugendgericht verhandelt werden, da der Altersunterschied zu den Mitangeklagten gering sei.

Bei dem Brandanschlag explodierten mehrere Gasflaschen an den Fahrzeugen. Dadurch gingen in einem angrenzenden Wohnblock Fensterscheiben zu Bruch.

Blick auf ausgebrannte Krankenwagen auf einem Parkplatz in Golders Green in London, 23. März, 2026
Blick auf ausgebrannte Krankenwagen auf einem Parkplatz in Golders Green in London, 23. März 2026 AP Photo/Alberto Pezzali

Als Vorsichtsmaßnahme wurden auch nahegelegene Häuser evakuiert, es wurden keine Verletzten gemeldet.

Premierminister Keir Starmer verurteilte den Vorfall als einen "zutiefst schockierenden antisemitischen Brandanschlag".

"Meine Gedanken sind bei der jüdischen Gemeinschaft, die heute Morgen mit dieser schrecklichen Nachricht aufgewacht ist", schrieb er auf X.

Das Vereinigte Königreich wirft Teheran vor, kriminelle Stellvertreter einzusetzen, um Anschläge auf europäischem Boden zu verüben, die sich gegen oppositionelle Medien und die jüdische Gemeinschaft richten.

Nach Angaben des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 wurden bis Oktober vergangenen Jahres mehr als 20 "potenziell tödliche" Anschlagspläne vereitelt, die vom Iran unterstützt worden sein sollen.

Weitere Quellen • AP, AFP

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