Seit September 2025 gilt die Regelung. Seitdem wurden weniger als vier Prozent der irregulären Migranten nach Frankreich zurückgeschickt.
Frankreich und das Vereinigte Königreich haben sich darauf geeinigt, ihr Rücknahmeabkommen für Migrantinnen und Migranten nach dem Prinzip "one in, one out" bis zum ersten Oktober zu verlängern, wie ein französischer Staatssekretär am Mittwoch mitteilte.
Die Vereinbarung mit dem Namen Operation Hillmore trat im vergangenen September in Kraft. Sie ist Teil der gemeinsamen Bemühungen beider Länder, die irreguläre Migration über den Ärmelkanal einzudämmen.
Nach der Regelung kann Großbritannien einen Teil der Menschen, die unerlaubt mit kleinen Booten einreisen und kein Bleiberecht im Vereinigten Königreich haben, nach Frankreich zurückschicken.
Im Gegenzug nimmt Großbritannien eine entsprechende Zahl von Asylsuchenden aus Frankreich auf, die voraussichtlich Schutz erhalten. Vorrang haben besonders schutzbedürftige Nationalitäten sowie Menschen mit familiären oder anderen Beziehungen zum Vereinigten Königreich.
"Gemeinsam mit unserem britischen Partner wurde beschlossen, dieses Abkommen bis zum ersten Oktober 2026 zu verlängern", teilte der französische Europa-Staatssekretär Benjamin Haddad am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss mit.
Haddad erklärte, dass Frankreich bis zum ersten Mai insgesamt 606 Migrantinnen und Migranten im Rahmen des Programms wieder aufgenommen habe. Zudem seien 588 Menschen legal von Frankreich in das Vereinigte Königreich gebracht worden.
Laut einer Statistik des britischen Innenministeriums kamen 16.910 Menschen zwischen September 2025 und März 2026 per Boot ins Land. Zahlen für den April liegen noch nicht vor. Die Statistik zeigt, dass 3,5 Prozent der Ankömmlinge nach der neuen Regelung zurückgeschickt wurden.
Die Zahlen geben einen der bislang klarsten Hinweise auf das Ausmaß des Programms. Die britische Regierung behauptet, es schrecke Schleuserbanden ab.
Frankreich ist seit Langem ein Ausgangspunkt für Migrantinnen und Migranten, die Großbritannien erreichen wollen. Viele zahlen Schleusern Tausende Euro für einen Platz in überfüllten Schlauchbooten, um die gefährliche Überfahrt über eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt zu wagen.
Das Vereinigte Königreich hat im vergangenen Monat mit dem Gesetz zu Einwanderung und Asyl eine Reihe neuer Maßnahmen vorgestellt. Sie sollen die irreguläre Migration eindämmen.
Im Jahr 2025 kamen an der Südküste Englands mehr als 41.000 Migrantinnen und Migranten an. Das ist der zweithöchste Jahreswert seit Beginn der Statistik im Jahr 2018.
Insgesamt haben seit der Etablierung der Route als wichtiger Migrationskorridor 197.000 Menschen den Ärmelkanal in kleinen Booten überquert.
Das Thema bleibt eine große politische Herausforderung für die Regierung des britischen Premierministers Keir Starmer.
Starmer, der im Juli 2024 sein Amt antrat, und Innenministerin Shabana Mahmood stehen unter wachsendem Druck, die illegale Einwanderung zu reduzieren. Die einwanderungskritische Partei Reform UK schneidet in Umfragen weiterhin gut ab.
Beim britischen Innenministerium wurde eine Stellungnahme angefragt.