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Kanada als 28. EU-Mitglied? Warum Mark Carney eine engere Bindung an Brüssel anstrebt

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Von Jakub Janas
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Kanadas Mark Carney ist beim Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Armenien mit dabei. Aber könnte das "europäischste" nicht-europäische Land der Welt tatsächlich der 28. EU-Mitgliedstaat werden?

Kanadas Premierminister Mark Carney, der sowohl einen kanadischen als auch einen britischen Pass besitzt, gilt bei vielen als Brückenbauer. Er verbindet die anglophone Welt und mit einem Europa, das dem Isolationismus der USA zunehmend misstraut.

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Und das Gipfeltreffen in Armenien bietet Kanada eine Gelegenheit zum Aufbau neuer Kontakte nach Europa.

Rund 57 % der Kanadier befürworten laut Meinungsforschungsinstituten inzwischen den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union. 84 % sehen stärkere Wirtschaftsbeziehungen mit der EU als einen Puffer gegen politische Turbulenzen in den USA.

Die jüngsten Umfragen zeigen, dass die meisten Deutschen und Spanier den EU-Beitritt Kanadas unterstützen. Auch in Polen, Frankreich und Italien gibt es deutlich mehr Befragte, die dafür sind, im Vergleich zu denen, die sich dagegen aussprechen.

Ottawa ist geopolitisch kein Leichtgewicht: Kanada hat rund 41,5 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen, was etwa 10 % der Bevölkerung der EU entspricht.

Obwohl Kanada ein Gründungsmitglied der NATO ist, bleibt es außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Das Pro-Kopf-BIP des Landes liegt jedoch nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt, so dass Kanada, sollte es jemals der Europäischen Union beitreten, ein wohlhabender Nettozahler wäre.

Kanada ist "kein europäischer Staat"

Trotz der öffentlichen Begeisterung verweist Brüssel höflich auf eine Realitätscheck. Die für die Erweiterung zuständige EU-Kommissarin Marta Kos erklärte kürzlich, dass Kanada die in Artikel 49 des EU-Vertrags festgelegte Voraussetzung eines "europäischen Staates" nicht erfüllt.

Anders als die Ukraine oder die Türkei verfügt Kanada nicht über die geografischen und kulturellen Verbindungen, die erforderlich sind, um die derzeitigen Verträge ohne eine komplette rechtliche Überarbeitung zu erfüllen.

Die Beziehungen der EU zu Kanada könnten sich jedoch zu einem maßgeschneiderten Modell nach dem Vorbild Norwegens oder der Schweiz entwickeln: eine "enge familiäre" Bindung, die eine tiefe Integration in den Binnenmarkt und in Sicherheitsprogramme ermöglicht, ohne jedoch eine formale Ehe einzugehen.

Und dazu könnten die Kanadier eines Tages "YES" sagen. Oder "OUI", da sowohl Englisch als auch Französisch offizielle Sprachen sind.

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