Die Ausfuhr von Kunststoffabfällen aus Europa erreichte im Jahr 2025 einen neuen Höchststand. An der Spitze: Deutschland und das Vereinigte Königreich. Doch wohin reist der Plastikmüll?
Laut einer neuen Studie war Deutschland im Jahr 2025 mit 810.000 Tonnen der weltweit größte Exporteur von Kunststoffabfällen.
Es folgte das Vereinigte Königreich, das 675.000 Tonnen ins Ausland exportierte, so der Bericht, der von Journalisten von Watershed Investigations und der Umwelt-NGO Basel Action Network (BAN) für das britische Nachrichtenmagazin The Guardian durchgeführt wurde.
Das ist der höchste Stand seit acht Jahren und reicht aus, um etwa 127.000 Schiffscontainer zu füllen.
Wohin geht der Müll?
Auf EU-Ebene wurden im Jahr 2025 rund 1,5 Milliarden kg/Jahr exportiert, wobei 50 Prozent davon in Nicht-OECD-Länder gingen.
Ein Großteil der Abfälle ging in die Türkei, die derzeit der größte Empfänger von Kunststoffabfällen aus der EU ist, gefolgt von Malaysia, Indonesien und Vietnam.
Die Exporte von Kunststoffabfällen in die Türkei und in Nicht-OECD-Länder haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen, beginnend Ende 2023.
Dies sei höchstwahrscheinlich auf die hohen Energiekosten zurückzuführen, die die Kunststoffrecyclingbetriebe in der EU zum Erliegen gebracht hätten, so das BAN.
Die Ausfuhren von Kunststoffabfällen aus der EU in Nicht-OECD-Länder stiegen von durchschnittlich 39,6 Mio. kg/Monat im Jahr 2021 auf 45 Mio. kg/Monat im Dezember 2025.
Dies entspreche rund 280 Schiffscontainern mit Kunststoffabfällen, die pro Tag in Nicht-OECD-Länder exportiert werden, berichtet das Basel Action Network.
Welche Länder wollen weiter Kunststoffabfälle importieren?
Im November 2026 wird es den EU-Ländern im Rahmen der Abfallverbringungsverordnung verboten sein, Kunststoffabfälle in Nicht-OECD-Länder zu exportieren, es sei denn, diese Länder wollen sie importieren und können nachweisen, dass sie sie nachhaltig behandeln können.
Das neue Verbot ergänzt andere Bemühungen der EU, die Kreislaufwirtschaft anzukurbeln und die europäischen Maßnahmen zum Kunststoffrecycling zu stärken.
Nach Angaben der Europäischen Kommissionhatten die Länder bis Februar 2025 Zeit, die Aufnahme in die EU-Liste für die Einfuhr nicht gefährlicher Abfälle zu beantragen. 32 Länder haben dies getan, darunter zwei, die die Frist verpasst haben.
Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur wurden nur etwa neun Prozent der jemals produzierten Kunststoffe recycelt und 12 Prozent verbrannt.
Bei unsachgemäßer Verarbeitung können diese Abfälle sowohl der Umwelt als auch der menschlichen Gesundheit schweren Schaden zufügen.