Wahllokale sind Sonntag bis 23 Uhr und Montag von sieben bis fünfzehn Uhr geöffnet. Nach dem "Nein" im Justizreferendum gilt die Abstimmung als neuer Test für die Regierung von Giorgia Meloni.
Mehr als sechs Millionen Italiener sind aufgerufen, am Sonntag von 7 bis 23 Uhr und am Montag von 7 bis 15 Uhr ihre Stimme abzugeben. Gewählt werden Bürgermeister und Gemeinderäte in 700 Kommunen, darunter die Regionalhauptstadt Venedig sowie mehrere Provinzhauptstädte.
In Gemeinden mit mehr als 15.000 Einwohnern ist eine Stichwahl für den 7. und 8. Juni angesetzt. An diesen Tagen stimmen auch die Menschen in Sardinien in 149 betroffenen Gemeinden ab; dort findet eine mögliche Stichwahl am 21. und 22. Juni statt.
Gewählt wird unter anderem in Venedig sowie in mehreren Provinzhauptstädten: Andria, Agrigent, Arezzo, Avellino, Chieti, Crotone, Enna, Fermo, Lecco, Macerata, Mantua, Messina, Pistoia, Prato, Reggio Calabria, Salerno und Trani.
Nach Referendumsniederlage: Neuer Test für Meloni
Die Kommunalwahl gilt als erster wichtiger Stimmungstest für die Regierung von Giorgia Meloni. Sie wird zeigen, wie stabil die Zustimmung im Land nach dem Scheitern des Justizreferendums noch ist. Das Ergebnis könnte das Mitte-rechts-Lager in seiner Bindung an die Wähler bestätigen – oder ein neues Warnsignal mit Blick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr senden.
Zugleich wird die Wahl zeigen, wie belastbar und breit das progressive "campo largo" tatsächlich ist. Das Lager will ausloten, ob eine gemeinsame Alternative für 2027 realistisch ist. Die Bündnisse unterscheiden sich je nach Region: In einigen Schlüsselstädten tritt Azione an der Seite des Mitte-rechts-Blocks an, in anderen ist das Mitte-links-Lager gespalten.
Kommunalwahlen in Großstädten: Die wichtigsten Duelle
Besonders im Fokus stehen 118 Kommunen mit mehr als 15.000 Einwohnern. Dort ringen die politischen Lager um zentrale Städte, die bislang häufig von der jeweils anderen Seite regiert wurden. In Venedig will das Mitte-links-Bündnis die Stadt nach zehn Jahren unter dem Mitte-rechts-Bürgermeister Brugnaro zurückerobern. In Reggio Calabria ist die Ausgangslage umgekehrt: Dort hofft das Mitte-rechts-Lager nach den Amtszeiten des Demokraten Falcomatà auf einen Machtwechsel.
Auch in Crotone und Salerno ist die Lage komplex. Dort fällt vor allem die Bürgerliste des früheren Regionalpräsidenten Vincenzo De Luca auf, die in einem gespaltenen progressiven Lager antritt. Gerade diese lokalen, politisch heiklen Duelle könnten am Ende den Ausschlag geben, welches Bündnis als Gewinner aus dem Urnengang hervorgeht.