Britischer Premier Keir Starmer warnt: Russland könnte NATO binnen vier Jahren angreifen. „In meiner 35-jährigen Laufbahn ist dies die gefährlichste Phase, die ich erlebt habe“, sagte auch Luftwaffenchef Richard Knighton der BBC.
Russland könnte nach Einschätzung westlicher Geheimdienste innerhalb von vier Jahren ein NATO-Land angreifen, warnte der britische Premierminister Keir Starmer am Freitag.
Er verband diese Warnung mit der Zusage, seine Regierung werde noch vor dem NATO-Gipfel im kommenden Monat den seit Langem überfälligen Investitionsplan für die Verteidigung veröffentlichen.
„Nach Einschätzung unserer Geheimdienste und der Dienste anderer NATO-Staaten könnte Russland bereits 2030 einen Angriff auf die NATO starten“, sagte Starmer.
„Daran sieht man, wie dringlich das ist und welche Priorität wir dem jetzt einräumen“, fügte er bei einem Besuch eines Drohnenherstellers im Südwesten Englands hinzu.
Damit knüpft er an ähnliche Zeitangaben anderer europäischer Staats- und Regierungschefs und von NATO-Generalsekretär Mark Rutte an. Rutte hatte im Dezember gewarnt, Russland könne „innerhalb von fünf Jahren“ bereit sein, militärische Gewalt gegen die NATO einzusetzen.
Starmer hat zugesagt, die Verteidigungsausgaben ab dem nächsten Jahr auf 2,5 Prozent des BIP zu erhöhen und im nächsten Parlament auf 3 Prozent zu steigern.
Ein nach einer Überprüfung der britischen Verteidigungsfähigkeit geplanter zehnjähriger Investitionsplan hätte Ende vergangenen Jahres veröffentlicht werden sollen, liegt aber bis heute nicht vor.
Starmer kündigte an, der Plan werde noch vor dem NATO -Gipfel in der Türkei veröffentlicht, der am 7. Juli beginnt.
Britische Medien berichten, der Plan verzögere sich wegen Streitigkeiten über die Kosten zwischen dem Finanzministerium und anderen Ressorts.
Starmer betonte gegenüber Journalistinnen und Journalisten, der Plan werde „voll finanziert“ sein.
Bereits am Freitagmorgen hatte der Generalstabschef der britischen Streitkräfte gewarnt, das Land müsse seine Verteidigung angesichts der Bedrohung durch Russland stärken, das vor mehr als vier Jahren in die Ukraine einmarschiert ist.
„In meiner 35-jährigen Laufbahn ist dies die gefährlichste Phase, die ich erlebt habe“, sagte Luftwaffenchef Richard Knighton der BBC.
Deshalb sei es wichtig, gemeinsam mit den Verbündeten Fähigkeiten und Einsatzbereitschaft der Streitkräfte auszubauen, um Gegner davon abzuschrecken, etwas Unüberlegtes zu tun.
US-Präsident Donald Trump drängt die NATO-Staaten seit Langem, mehr für Verteidigung auszugeben und sich sicherheitspolitisch weniger auf Washington zu verlassen.