Im Hafen von Gdynia stoppen Ermittler einen der größten Heroin-Schmuggelfälle der letzten Jahre. Sie stellen über eine Tonne sicher, Wert auf dem Schwarzmarkt: fast 220 Millionen Złoty, umgerechnet mehr als 50.000 Euro.
Die Behörden beschlagnahmten die Ladung bereits in der zweiten Märzhälfte im Hafen von Gdynia. Öffentlich machten sie den Fund aber erst jetzt, weil die Ermittlungen noch laufen.
Die Kontrolle betraf vier Container, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eingetroffen waren. Laut Frachtpapieren sollten sie dekorative Verblendziegel enthalten.
Beamtinnen und Beamte des Zentralen Büros der Kriminalpolizei (CBŚP) und des pommerschen Zoll- und Steueramts in Gdynia führten eine gründliche Kontrolle durch. Sie setzten Röntgenscanner ein und nutzten einen Diensthund, der auf das Aufspüren von Drogen spezialisiert ist.
Die Durchleuchtung zeigte, dass sich in den Containern nicht die deklarierte Ware, sondern Pakete mit Heroin befanden. Ein Drogenschnelltest bestätigte den Befund.
Die Polizei nahm in dem Fall drei Personen fest. Die Ermittlungen dauern an und stehen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft.
Heroinenfund in Gdynia zählt zu größten Fällen in der EU
Den Erfolg der Aktion machte eine enge internationale Zusammenarbeit möglich. Das CBŚP erhielt zuvor Hinweise der britischen Steuer- und Zollbehörde HM Revenue & Customs, dass im Hafen von Gdynia Container mit illegalen Substanzen eintreffen könnten.
Finanzminister Andrzej Domański hob auf einer Pressekonferenz die Bedeutung moderner Technik hervor: "Das war dank moderner Röntgentechnik möglich. Die Nationale Steuerverwaltung erhöht Jahr für Jahr die Zahl der Geräte an den Grenzübergängen. Allein im vergangenen Jahr kamen acht zusätzliche Röntgenscanner hinzu."
Innen- und Verwaltungsminister Marcin Kierwiński erklärte bei der Pressekonferenz, dass die Behörden in den vergangenen fünf Monaten 49 Drogenlabore und vier Cannabisplantagen zerschlagen haben. Die Einsatzkräfte nahmen fast 1200 Personen fest; gegen 83 Personen erhob die Staatsanwaltschaft den Vorwurf, organisierte kriminelle Gruppen anzuführen.
Andrzej Domański bewertete den Fund so: „Der Versuch, eine Tonne Heroin zu schmuggeln, gehört zu den größten aufgedeckten Fällen nicht nur in der Geschichte Polens, sondern der gesamten Europäischen Union. Wir schätzen den Schwarzmarktwert der Drogen auf 220 Mio. Zloty.“
Diese Einschätzung stützen die Zahlen der Nationalen Steuerverwaltung: Im Jahr 2022 registrierte sie 422 Drogenfunde, im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 1346.