2025 wurden 85.837 politisch motivierte Straftaten registriert. Während rechte Straftaten leicht zurückgingen, nahmen Gewaltdelikte, Hasskriminalität sowie linke Straftaten und Angriffe im Umfeld von Wahlen deutlich zu.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat heute in Berlin die neue Statistik politisch motivierter Kriminalität (PMK) vorgestellt.
Die Zahl der politisch motivierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,98 % angestiegen und liegt nun bei 85.837 Fällen, davon 4.156 Gewaltdelikte (+1,19 %).
Damit setzt sich der Trend der zunehmenden politisch motivierten Kriminalität in Deutschland fort. 2014 registrierten die Behörden noch 38.981 Fälle. Seitdem haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt. "Wesentliche Gründe" seien dafür unter anderem Straftaten im Zusammenhang mit Wahlen, die stark zugenommen hatten, so der Bericht.
Zudem seien sowohl linke als auch rechte Gewalttaten "deutlich" angestiegen, so Dobrindt. "Mit Abstand" würden allerdings die meisten Gewaltdelikte von "rechtsextremen" Tätern ausgeübt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der rechten Straftaten um 0,58 % leicht gesunken, macht allerdings weiterhin mit 42.544 Fällen etwa die Hälfte der registrierten Straftaten aus. Rechte Gewalttaten sind dabei um 7,39 % auf 1.598 Fälle angestiegen.
Die "Qualität" der Vorfälle habe dabei zugenommen. Die Gewaltbereitschaft steige auch bei jungen Tätern stark, so Dobrindt.
An zweiter Stelle standen "sonstige" Straftaten mit 20.934 Fällen (-5,67 %), gefolgt von 13.490 linken Straftaten (+35,29 %). An vierter Stelle stehen Straftaten basierend auf ausländischer Ideologie mit 6.886 Fällen (-6,22 %). An letzter Stelle stehen religiös motivierte Straftaten (+5,65 %).
Körperverletzungen und Tötungsdelikte gestiegen
Die am häufigsten registrierten Straftaten sind mit 30.397 Fällen (-2,66 %) Propagandadelikte, so der Bericht. Rechte Delikte machen mit 25.098 Fällen (-4,64 %) in diesem Bereich mehr als die Hälfte der Straftaten aus, insbesondere in den Bereichen "Nationalsozialismus/Sozialdarwinismus" sowie "Verherrlichung/Propaganda".
An zweiter Stelle stehen "sonstige" Propagandadelikte mit 2.786 Fällen (-4,36 %), gefolgt von 1.506 ausländisch motivierten Fällen (+21,35 %), 600 religiös motivierten Fällen (+14,72 %) sowie 407 links motivierten Propagandadelikten (+73,93 %).
Mit 20.487 Fällen (+13,87 %) ist Sachbeschädigung die am zweithäufigsten registrierte Straftat. Insbesondere links motivierte Sachbeschädigung hat zugenommen und liegt für das Jahr 2025 bei 7.062 Fällen (+34,44 %).
Körperverletzungen machen mit 2.756 Fällen (+4,87 %) den Großteil der registrierten Gewalttaten aus. Am häufigsten wurden sie mit 1.437 Fällen (+10,79 %) von rechten Tätern verübt. Auf Platz zwei liegen linke Körperverletzungen mit 485 Fällen. Mit einem Zuwachs von 52,52 % sind Körperverletzungen im linken Milieu am stärksten gestiegen.
Politisch motivierte Tötungsdelikte sind im Vergleich zum Vorjahr um 35,71 % angestiegen und liegen für 2025 bei 19 Fällen. Auch versuchte Tötungsdelikte sind stark angestiegen, um 54,55 % auf 17 Fälle. Mit 10 Fällen (+100 %) machen religiös motivierte Tötungsdelikte den größten Teil aus, gefolgt von 6 rechten (+0 %), 2 sonstigen (+100 %), 1 linken Tötungsdelikt (im Vorjahr: 0) und 0 Tötungsdelikten (-100 %) basierend auf ausländischer Ideologie.
Zunehmende Gewalt gegen Polizisten
Angestiegen ist auch die Hasskriminalität um 1,77 % auf 22.159 Fälle. Fremdenfeindliche Straftaten machen mit 19.484 Fällen (+0,02 %) den Großteil aus, gefolgt von ausländerfeindlichen Straftaten mit 8.870 Fällen (-5,32 %), 6.548 antisemitischen Fällen (+5 %) und 5.023 Fällen von Rassismus (+8,89 %). Frauenfeindliche Hasskriminalität ist um 46,77 % auf 819 Fälle angestiegen.
Antisemitische Hasskriminalität stammt mit 3.056 Fällen (+1,33 %) am häufigsten aus dem rechten Spektrum, gefolgt von 2.293 Fällen (+18,20 %) von Personen mit ausländischer Ideologie.
Im Vergleich zum Vorjahr sind Straftaten gegen Parteien im Kontext von Wahlen um 17,2 % auf 13.212 Fälle angestiegen. Insbesondere die AfD war mit 4.050 Fällen (+31,71 %) Ziel solcher Straftaten, gefolgt von Bündnis 90/Die Grünen mit 3.367 Fällen (+5,09 %) und der CDU mit 2.481 Fällen (+77,09 %). Gewalttaten sind in diesem Kontext um 104,05 % auf 151 Fälle angestiegen.
Straftaten gegen die Polizei sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,72 % auf 5.144 Fälle angestiegen. Am häufigsten werden sie von Linken mit 1.715 Fällen (+37,75 %) und Rechten mit 1.581 Fällen (+0,25 %) verübt.