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In welchen Ländern der EU wird am häufigsten gestreikt?

Anfang 2026 wurde Europa zur Bühne für Massenproteste. Schulen blieben leer, Flüge am Boden, Arzttermine fielen aus.
Anfang 2026 kam es in Europa bereits zu massiven Protesten. Schulen blieben leer, Flüge am Boden, viele Arzttermine fielen aus. Copyright  Euronews
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Von Inês Trindade Pereira & video by Baptiste Goudier
Zuerst veröffentlicht am
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Anfang 2026 wird Europa zur Bühne für Massenproteste: Schulklassen bleiben leer, Flieger stehen am Boden, Arzttermine platzen. Wo ist der Protest am lautesten?

Viele europäische Länder gelten als streikfreudig – aktuelle Zahlen zeigen, wie viel Wahrheit dahinter steckt.

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Im ersten Quartal 2026 verzeichneten Portugal (234), Italien (190), Spanien (108) und Frankreich (105) unter sieben untersuchten EU-Staaten die meisten Streiks. Die Zahlen stammen aus Auswertungen des KI-Datensammlers Strike Tracker, der portugiesischen Generaldirektion für Beschäftigung und Arbeitsbeziehungen (DGERT) und der italienischen Institution CGSSE, die das Gleichgewicht zwischen Streikrecht und Nutzerinteressen überwacht.

Die Arbeitskämpfe konzentrierten sich vor allem auf den Verkehrssektor, das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die öffentliche Verwaltung. Doch sie sind nicht die einzigen Gründe für breite Proteste.

Am 12. Juni riefen Bedienstete und Dienste der kommunalen Polizeikräfte in Italien zu einem landesweiten Streik auf. Sie wollen auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. Zuvor waren mehrere Beamte nach Übergriffen im Dienst ins Krankenhaus eingeliefert worden, wie Provinzvertreter der Gewerkschaft berichteten.

In der vergangenen Woche registrierte Portugal seinen zweiten landesweiten Streik innerhalb von sechs Monaten. Er richtete sich gegen ein neues Arbeitsrechts-Paket, das die Mitte-Rechts-Regierung angekündigt hat.

Ganz anders die Niederlande: Dort gab es in den ersten drei Monaten 2026 nur rund sieben Streiks – der niedrigste Wert in dieser Länderauswahl.

Traditionell greifen Beschäftigte in Deutschland, den Niederlanden und Österreich seltener zum Mittel Streik als viele andere EU-Staaten.

Dennoch deuten vorläufige Daten darauf hin, dass 2025 das streikreichste Jahr in der EU seit 1991 werden könnte, meldet das Europäische Gewerkschaftsinstitut.

Zwischen 2020 und 2024 verzeichneten Finnland, Belgien und Frankreich innerhalb der EU die meisten Streiks.

Die Datenlage zu Arbeitskämpfen ist allerdings lückenhaft und zersplittert. Für 2024 zeigt sich jedoch: Der wichtigste Auslöser größerer Streiks waren Löhne, die mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten infolge der Inflation nicht Schritt hielten.

Gewerkschaften: Handlungsspielraum schrumpft

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat sich der Anteil gewerkschaftlich organisierter Beschäftigter seit 1985 insgesamt halbiert: Er sank allein im Zeitraum 2023/24 von 30 Prozent auf 15 Prozent. Eine Ausnahme bildet Belgien, das sich diesem Trend entzieht.

Im Durchschnitt von 28 OECD-Ländern waren 2024 14,3 Prozent der erwerbstätigen Frauen gewerkschaftlich organisiert, bei den Männern waren es 15 Prozent.

Deutlich stärker war die Gewerkschaftsbindung im öffentlichen Dienst: 41,3 Prozent der Beschäftigten waren 2024 Mitglied, im privaten Sektor nur 10,1 Prozent.

Auch der Anteil der Beschäftigten, die unter Tarifverträge fallen, ist in den vergangenen 30 Jahren stark zurückgegangen – besonders in Ländern Mittel- und Osteuropas.

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