Moskau wirft zudem den USA vor, nicht mehr als "objektiver Vermittler" aufzutreten, sondern Partei ergriffen zu haben.
Der russische Außenminister erklärte am Dienstag, Europa entwickle sich durch seine militärische Unterstützung für die Ukraine zu einer "großen Gefahr für den internationalen Frieden und die Sicherheit". Zugleich warf er den USA vor, nicht länger zu versuchen, als "objektiver Vermittler" ein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu erreichen.
"Was die Vereinigten Staaten betrifft, lassen ihre Handlungen darauf schließen, dass sie offenbar jeden Anspruch auf die Rolle eines objektiven Vermittlers aufgeben und stattdessen darauf setzen, den Sanktionsdruck auf Russland immer weiter zu erhöhen", sagte Sergej Lawrow vor ausländischen Diplomaten in Moskau.
Juri Uschakow, der Berater von Russlands Präsident Wladimir Putins Berater, erklärte ebenfalls, Russland sei angeblich zu einem Dialog mit der Europäischen Union bereit. Er wiederholte dabei das Narrativ des Kremls, nach dem nicht Moskau, sondern Europa den Krieg in der Ukraine in die Länge ziehe.
Die von den USA geführten Gespräche über ein Ende der russischen Großinvasion in der Ukraine liegen weiterhin faktisch auf Eis. US-Präsident Donald Trump konzentriert sich derzeit vor allem auf den Nahen Osten.
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, musste vergangene Woche seine überraschende Entscheidung verteidigen, einen diplomatischen Kanal zum Kreml zu öffnen, um auszuloten, ob es Voraussetzungen für Friedensverhandlungen gibt. Sein Team kam zu dem Schluss, dass dies derzeit nicht möglich ist.
Nach übereinstimmenden Berichten handelte es sich bei dem betreffenden russischen Gesprächspartner um Uschakow, auch wenn das Büro Costas dies nicht bestätigt hat.
Putins Berater äußerte sich am Dienstag nicht zu möglichen Kontakten mit Costas Team. Stattdessen warf er Brüssel eilfertig vor, zu versuchen, die "Vereinbarungen von Anchorage" zu unterlaufen – eine Anspielung auf den Alaska-Gipfel zwischen Trump und Putin im August vergangenen Jahres.
Das Treffen endete ohne Zusagen für eine Waffenruhe in der Ukraine. Moskau behauptet jedoch, Washington habe der sogenannten "Anchorage-Formel" zugestimmt – einem vage umrissenen Paket von "Übereinkünften" zur Einfrierung der Frontlinie und zur Begrenzung westlicher Militärhilfe für Kyjiw, das US-Vertreterinnen und -Vertreter nie bestätigt haben.
Zu den zentralen Vorbedingungen Moskaus für Friedensgespräche gehört, dass die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem östlichen Donbas abzieht. Russland versucht seit 2014, dieses Gebiet unter seine Kontrolle zu bringen.
Das ukrainische Militär kontrolliert weiterhin Teile der Region und schließt eine Aufgabe des Gebietes aus.