Im Gespräch mit der Euronews-Morgensendung „Europe Today“ begrüßt die frühere US-Diplomatin Wendy Sherman die neuen Verhandlungen. Zugleich warnt sie, der Iran stehe derzeit deutlich stärker da.
Die frühere US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman sieht Teheran nach dem Krieg in einer deutlich stärkeren Position als die USA. Nach ihrer Darstellung eröffneten die USA am 28. Februar gemeinsam mit Israel den Konflikt mit Luftangriffen auf iranische Militär- und Regierungsziele, die zur Tötung mehrerer iranischer Spitzenvertreter und von Staatsoberhaupt Ali Khamenei führten.
Im Gespräch mit Euronews begrüßte die erfahrene Diplomatin, die das Verhandlungsteam für das Atomabkommen von 2015 mit Iran leitete, die laufenden Gespräche zwischen Washington und Teheran. Zugleich warnte sie, dass ein möglicher Kompromiss noch mit großen Unsicherheiten behaftet sei.
"Was tatsächlich geschieht, ist nicht klar", sagte sie. "Die Vereinigten Staaten behaupten das eine, Iran stellt es anders dar."
Sherman kritisierte die kolportierten Kosten des Rahmenabkommens zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Es erwecke den Eindruck, Iran bekomme sehr viel, ohne dafür besonders viel leisten zu müssen.
Sie betonte, dass verlässliche Kontrollen entscheidend für ein dauerhaftes Abkommen seien. Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde müssten wieder vor Ort arbeiten. „In Verhandlungen kann man nichts erreichen, wenn man die Realität nicht kennt“, sagte sie. Derzeit streiten die USA und Iran darüber, ob Teheran einer Rückkehr dieser Inspektoren in seine Atomanlagen zugestimmt hat.
Für Sherman zeigt der Konflikt, wie wichtig Gespräche bleiben. "Diplomatie ist notwendig. Militärische Mittel lösen dieses Problem nicht", sagte sie.
Sie warnte außerdem, Iran könne mit mehr Einfluss im Libanon und in der gesamten Region aus dem Konflikt hervorgehen. Das erschwere breitere Bemühungen um Stabilität.
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