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Nach Zugriff auf ukrainischen "Goldkonvoi": Orbáns Ex-Sicherheitschef unter Verdacht

János Hajdú, früherer TEK-Generaldirektor, 2015
Hajdú János, ehemaliger TEK-Generaldirektor im Jahr 2015 Copyright  MTI
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Von Gábor Tanács
Zuerst veröffentlicht am
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Im Wahlkampf beschlagnahmten ungarische Behörden Bargeld der ukrainischen Oschadbank und setzten die Kuriere kurzzeitig fest. Später wurde das Geld zurückgegeben; Anklagen gab es nicht.

Die ungarischen Behörden haben den früheren Leiter des Zentrums für Terrorabwehr, János Hajdú, im Zusammenhang mit dem sogenannten "ukrainischen Goldkonvoi" als Verdächtigen vernommen. Das teilte die Ermittlungsstaatsanwaltschaft der Hauptstadt mit.

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Hajdú soll nach bisherigem Verdacht in sieben Fällen Menschen rechtswidrig festgehalten und dabei misshandelt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sagte er aus und legte Beschwerde gegen die Vorwürfe ein.

Das Zentrum für Terrorabwehr war eine vom Polizeiapparat organisatorisch getrennte Eliteeinheit, die direkt dem Innenminister unterstellt war. Die zweite Orbán-Regierung hatte die Behörde 2010 offiziell für den Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität geschaffen; zugleich übernahm sie den Schutz der staatlichen Führung. Zum Generaldirektor wurde János Hajdú ernannt, der zuvor sieben Jahre lang Viktor Orbáns persönliche Leibwache geleitet hatte. Die Tisza-Regierung entließ Hajdú inzwischen aus dem Amt. Das TEK soll künftig in einer anderen Struktur weiterarbeiten.

"Ukrainischer Goldkonvoi": Spektakulärer Zugriff auf genehmigtes Bargeld

Der Vorfall, der als "Fall des ukrainischen Goldkonvois" bekannt wurde, ereignete sich während des Wahlkampfs 2026. Zu den zentralen Botschaften der von Viktor Orbán geführten Fidesz gehörte damals der Vorwurf, die Ukraine konspiriere gegen Ungarn und mische sich zugunsten der Opposition in die Wahl ein.

Die ukrainische Oschadbank transportierte seit Beginn der offenen russischen Aggression Bargeld aus Österreich über Ungarn. Dafür lag eine ausdrückliche Genehmigung der ungarischen Behörden vor; in manchen Fällen wurde der Transport sogar von der Polizei begleitet. Am 5. März 2026 stoppte das TEK einen solchen Transport an einer Autobahnraststätte unter großem öffentlichen Aufsehen. Die sieben ukrainischen Staatsbürger, die den Konvoi begleiteten, wurden festgenommen, in Handschellen und mit verbundenen Augen abtransportiert, mindestens neun Stunden lang festgehalten und anschließend des Landes verwiesen.

An der Aktion waren mehrere ungarische Behörden beteiligt. Offiziell lief das Verfahren auf Grundlage einer Anzeige des zivilen Nachrichtendienstes Alkotmányvédelmi Hivatal, des Amtes für den Schutz der Verfassung. Beteiligt waren auch die Staatsanwaltschaft, die Steuerbehörde und das TEK, dessen Hauptaufgabe in der Festnahme der Verdächtigen und der Sicherstellung des Geldes bestehen sollte. Durch durchgesickerte Aussagen und Behördeninformationen entstand jedoch der Eindruck, dass tatsächlich das TEK die Richtung der Operation und des weiteren Verfahrens bestimmte. Den Vertretern der anderen Behörden wurde offenbar nach und nach klar, dass es keine ausreichenden Hinweise auf Geldwäsche gab und das Bargeld ordnungsgemäß transportiert wurde.

Orbán damals: "Ungarn stoppt für die Ukraine wichtige Lieferungen"

Noch bevor das Geld der Oschadbank beschlagnahmt wurde, hatte der damalige Ministerpräsident Viktor Orbán der Ukraine vorgeworfen, die Öllieferungen über die Pipeline "Freundschaft" bewusst zu blockieren. Beschädigt hatte die Leitung Russland. Die ungarische Regierung behauptete jedoch, Kyjiw verzögere die Reparatur absichtlich, um die Benzinpreise in Ungarn zu treiben und dadurch die Beliebtheit der Regierungsparteien zu schwächen. Orbán erklärte daraufhin, Ungarn werde "für die Ukraine wichtige Lieferungen stoppen".

Zuvor war ein Dokument aus der Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit gelangt, das Viktor Orbán als letztverantwortlichen Entscheidungsträger in dem Fall bezeichnete.

Viktor Orbán reagierte auf die Vorwürfe auf Facebook und bezeichnete das Verfahren als "politische Abrechnung der Tisza-Partei". Der ehemalige Regierungschef schrieb: "Seit dem Ausbruch des Krieges sind nach und aus der Ukraine Devisen und Gold im Wert von mehreren Tausend Milliarden Forint unter Beteiligung des ukrainischen Geheimdienstes und ukrainischer Soldaten über Ungarn geflossen. Die ungarischen Behörden haben dem ein Ende gesetzt und mithilfe des TEK eine ukrainische Lieferung gestoppt. In jedem normalen Land gäbe es dafür Auszeichnungen und Anerkennung, in Ungarn Behördenschikanen."

Die beschlagnahmte Geldlieferung gab die abtretende Orbán-Regierung nach ihrer Wahlniederlage am 19. April wieder an die Ukraine zurück.

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