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Tankrabatt läuft auch in Italien aus: Was wird aus den Benzinpreisen in Europa und weltweit?

Ein Kunde tankt an einer Shell-Tankstelle in Menlo Park, Kalifornien, am Mittwoch, dem zweiten Dezember 2009. (AP Photo/Paul Sakuma)
Ein Kunde tankt an einer Shell-Tankstelle in Menlo Park, Kalifornien, am Mittwoch, dem zweiten Dezember 2009. (AP Photo/Paul Sakuma) Copyright  Copyright 2009 AP. All rights reserved.
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Von Lisa Duso & Euronews
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Am 4. Juli endet in Italien der Steuerrabatt auf Benzin und Diesel, die Lage in der Straße von Hormus bleibt unsicher. Was bedeutet das für die Spritpreise in Europa und weltweit?

Am 4. Juli, läuft die Senkung der Spritsteuern aus, die vom italienischen Staat eingeführt wurde. Sie beträgt fünf Cent pro Liter für Benzin und Diesel.

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Die Regierung Meloni hatte die Steuersenkung angesichts der Spannungen durch den Krieg im Nahen Osten beschlossen wegen der steigenden Preise an den Zapfsäulen durch die Schließung der Straße von Hormus.

Die Blockade der Meerenge hat die Preise in der gesamten Region steigen lassen und auch die internationalen Märkte, Europa eingeschlossen, erfasst. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus läuft erst teilweise wieder an und liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau von vor dem Konflikt. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran kommen bei der Frage der Kontrolle des Seewegs bislang nicht voran.

"Wir werden prüfen, was im Lichte der laufenden Verhandlungen zur Wiederöffnung der Schifffahrt in der Straße von Hormus geschehen könnte“, erklärte der Minister für Unternehmen und Made in Italy, Adolfo Urso. Er schloss die Möglichkeit weiterer Eingriffe der Regierung bei neuen geopolitischen Spannungen nicht aus.

Bislang hat die Senkung der Verbrauchsteuern Italien rund zwei Milliarden Euro aus der Staatskasse gekostet.

Italien: Was sich jetzt ändert

Nach Angaben der italienischen Verbraucherorganisation Codacons kostet ein voller Tank Diesel oder Benzin, inklusive der Mehrwertsteuer, die Autofahrerinnen und Autofahrer künftig 3,05 Euro mehr.

Ohne die Verlängerung des Rabatts steigt ab dem 4. Juli der durchschnittliche Preis für Diesel auf 1,94 Euro pro Liter im normalen Verkehrsnetz und auf 2,02 Euro pro Liter auf der Autobahn. Benzin kostet dann im Schnitt 1,86 Euro pro Liter, 1,95 Euro auf der Autobahn.

Codacons kritisiert „eine sofortige Erhöhung der Preise an den Zapfsäulen, die paradoxerweise trotz des drastischen Einbruchs der Ölnotierungen einsetzt“.

Der Preis für Brent, die Referenzsorte für den europäischen Markt, ist Anfang Juni von 95 Dollar je Barrel auf aktuell 70,8 Dollar gefallen – ein Rückgang um 25,5 Prozent. Dieser deutliche Einbruch spiegelt sich jedoch nicht im gleichen Maß an den Tankstellen wider: Im selben Zeitraum sind die Preise für Benzin und Diesel in Italien nur um rund 6 Prozent gesunken.

Kraftstoffpreise in Europa zeigen ein zersplittertes Bild

Die Lage in Europa bleibt uneinheitlich. In einigen Staaten gelten weiterhin verschiedene Formen der Unterstützung für Kraftstoff. In anderen wurden Rabatte und Preisbremsen gestrichen, zurückgefahren oder gar nicht erst als dauerhafte Hilfen eingeführt.

In Deutschland ist der Tankrabatt wie in Italien Anfang Juli ausgelaufen. Seither ziehen die Benzinpreise in Deutschland wieder an.

Die deutschen Mineralölkonzerne haben die Phase kurz vor dem Auslaufen des Rabatts genutzt, um die Kraftstoffpreise deutlich anzuheben. In den Stunden nach dem Ende der Maßnahme stiegen die Preise für Benzin und Diesel um 14 bis 19 Cent pro Liter. Damit holen sie fast den gesamten Steuervorteil von rund 17 Cent wieder herein, den die Bundesregierung eingeführt hatte.

In Spanien hält die Regierung an einem direkten Abschlag auf den Kraftstoffpreis fest, der jedoch schrittweise sinken soll, je nachdem, wie stabil sich die internationalen Märkte entwickeln. Seit dem 1. Juli gilt für Autofahrer ein neues System.

Die Regierung hat den zeitweise gesenkten Mehrwertsteuersatz von 10 Prozent auf Benzin und Diesel abgeschafft. Beide Kraftstoffe werden wieder mit dem Normalsatz von 21 Prozent besteuert. Im Juli beträgt der Rabatt 15 Cent pro Liter, im August sinkt er auf zehn Cent, im September fällt er auf fünf Cent pro Liter.

In Portugal liegt der Rabatt derzeit bei 2,48 Cent pro Liter Diesel und 3,12 Cent pro Liter Benzin. Die Regierung hat angekündigt, die Senkung der Mineralölsteuer (ISP) zu streichen, sobald sich die internationalen Märkte stabilisieren. Dann könnten die Kraftstoffpreise steigen. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht.

In Frankreich umfasst das wichtigste Paket einen Bonus von 100 Euro für Geringverdiener, die häufig mit dem Auto unterwegs sind. Er gilt bis Ende Juli. Zugleich hat die Regierung die Zuschüsse für besonders betroffene Branchen wie Landwirtschaft und Fischerei erhöht. Parallel dazu hält TotalEnergies den Preis an Tankstellen in ländlichen Gebieten den ganzen Sommer über bei höchstens 1,99 Euro pro Liter. An stark frequentierten Wochenenden gilt dieser Deckel auch an den Autobahntankstellen des Konzerns.

In Ungarn hat die Regierung die Maßnahmen am 27. Juni beendet. Seitdem liegen die Preise unter dem zuvor festgelegten staatlichen Höchstpreis.

In Polen galten bis zum 1. Juli verschiedene Preisbremsen für Kraftstoffe. Dazu gehörten Höchstpreise an der Zapfsäule und reduzierte Steuersätze, etwa bei Mehrwertsteuer und Verbrauchsteuer, um die Folgen der hohen Energiekosten abzufedern.

Nach dem Auslaufen dieser Regelungen verzeichnete der Markt einen Anstieg der Preise. Einige Rabattaktionen der Tankstellenbetreiber laufen aber weiter, vor allem am Wochenende. Sie ermöglichen den Kunden Preisnachlässe von rund fünf Prozent auf Kraftstoff.

In Griechenland ist am 30. Juni die Obergrenze für die Gewinnmargen der Mineralölunternehmen ausgelaufen. Sie war eingeführt worden, um die Kraftstoffpreise in der Phase hoher Energievolatilität zu begrenzen.

Seit März hatte die griechische Regierung Gewinnobergrenzen für Kraftstoff festgelegt – fünf Cent pro Liter für Handelshäuser und zwölf Cent für Tankstellen – sowie ein direktes Unterstützungssystem für Bürger über den "Fuel Pass“ eingeführt. Inselbewohner erhielten je nach Einkommen Zuschüsse zwischen 50 und 60 Euro.

Zypern hat keinen Preisdeckel für Kraftstoffe eingeführt, überwacht aber die Gewinnmargen der Mineralölunternehmen und kann Sanktionen verhängen, wenn Praktiken als überzogen gelten.

Trump: "Preissenkungen gehen nicht schnell genug“

In den Vereinigten Staaten sinken die Benzinpreise, liegen aber weiterhin über dem Niveau vor der Krise.

"Genau wie ich es versprochen habe, fallen die Ölpreise schnell, und auch die Benzinpreise an den Zapfsäulen gehen zurück, wenn auch nicht so schnell, wie sie sollten“, schreibt US‑Präsident Donald Trump auf Truth Social.

Der US‑Präsident versichert: "Amerika war noch nie so stark wie heute, und die Benzinpreise werden schon bald wieder auf die historischen Tiefststände zurückkehren, die die Amerikaner vor unserem ‚Ausflug‘ in den Iran genossen haben, der sich als großer Erfolg erwiesen hat“.

Nach Daten der American Automobile Association lag der durchschnittliche Preis für Regular-Benzin in den USA am Freitag bei 3,85 Dollar pro Gallone (3,7 Liter). Das ist weniger als in der jüngeren Vergangenheit, bleibt aber der höchste Preis, der je unmittelbar vor dem Wochenende zum 4. Juli seit 2022 gemessen wurde, jenem Jahr, in dem der landesweite Durchschnitt am Nationalfeiertag 4,80 Dollar pro Gallone erreichte.

In den vergangenen Wochen gab es jedoch einen deutlichen Rückgang, nachdem die Preise im Mai einen Höchststand von 4,56 Dollar pro Gallone erreicht hatten.

Trump wirft den Ölkonzernen vor, die Benzinpreise an den Zapfsäulen nicht schnell genug zu senken und sie nicht im Einklang mit dem fallenden Ölpreis an den Weltmärkten nach unten anzupassen.

Italiens Opposition: "400 Millionen belasten Familien und Unternehmen"

Die Oppositionsparteien in Italien werfen der Regierung von Giorgia Meloni vor, bei den Kraftstoffen Kasse zu machen und nicht gegen die hohen Preise einzugreifen. Dadurch treibe sie weitere Verteuerungen an.

"Heute läuft der Rabatt auf die Verbrauchsteuern für Kraftstoffe aus, und die Regierung Meloni hat es nicht einmal für nötig gehalten, die gleitende Verbrauchsteuer wieder einzuführen. Nicht einmal das. Sie ziehen es vor, weiter Kasse zu machen und die Geldbörsen der Bürger zu leeren. Das tun sie seit Monaten, seit dem 1. Januar 2026, als sie die Steuer auf Diesel erhöht haben, mit der Ausrede einer ‚Angleichung‘ an Benzin“, schreibt der Vizepräsident der Fünf‑Sterne‑Bewegung Stefano Patuanelli in den sozialen Medien.

Patuanelli kritisierte,dass „mindestens 400 Millionen Euro zusätzlicher Steuereinnahmen pro Jahr“ letztlich „Familien, Beschäftigte, Spediteure und Unternehmen belasten werden. In Wahrheit dürften es noch mehr sein, denn die Preissteigerungen an der Zapfsäule sind inzwischen zur Konstante geworden“.

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