Hunderte Feuerwehrleute - auch Löschflugzeuge aus anderen Ländern - sind im Einsatz. In der französischen Region an der Grenze zu Spanien mussten mehr als 10.000 Menschen ihre Häuser verlassen.
Über dem Himmel hängen dichte Rauchwolken. Im Département Pyrénées-Orientales, im äußersten Süden Frankreichs an der Grenze zu Spanien, sind mehr als 800 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Am Samstag war in einem schwer zugänglichen Bergmassiv ein riesiger Brand ausgebrochen, der bereits mehr als 4.900 Hektar erfasst hat.
Die Feuer breiten sich weiter aus. Inzwischen wurden mehr als 10.000 Menschen aus der Region evakuiert. In Ille-sur-Têt, einer kleinen Gemeinde bei Perpignan nahe der spanischen Grenze, stehen weitere Bewohner bereit, ihre Häuser zu verlassen.
„Sie haben schon die Hälfte der Straße auf dieser Seite geräumt, die ist komplett leer. Sie können sich nicht vorstellen, wie es war, hier anzukommen. Wir warten ebenfalls auf Anweisungen, denn ich wohne ganz am Ende der Straße“, erzählt Paco Paez, ein Rentner.
Andere sind zuversichtlicher und bleiben lieber zu Hause. Für den Gastronomen Richard Margail gilt: „Man muss damit leben. Es stimmt, es wäre besser gewesen zu fahren, aber die Präsenz der Feuerwehr direkt nebenan beruhigt. Und jetzt haben sie gerade mit Löschhubschraubern Wasser abgeworfen. Deshalb weiß ich, dass dieser Abschnitt des Feuers gelöscht wird“, sagt Margail, der ein vietnamesisches Restaurant betreibt.
Riesiger Waldbrand auch nach Tagen nicht unter Kontrolle
Trotz der umfangreichen, auch luftgestützten Einsatzmittel war die Lage am Montagabend noch nicht unter Kontrolle, wie Frankreichs Innenminister Laurent Nunez bestätigte, der sich vor Ort ein Bild der Lage machte.
Im Rahmen der EU-Hilfe sollten auch Löschflugzeuge aus Spanien, Zypern und Schweden eingesetzt werden.
Eine gute Nachricht war, dass der Wind in den kommenden Tagen schwächer werden sollte. Doch der Innenminister rief die Menschen in ganz Frankreich zu größter Vorsicht auf, da an mehreren Orten im Land Brände ausgebrochen sind. Er fordert sie auf, „äußerst vorsichtig zu sein: keine Zigarettenkippen wegzuwerfen und keinen Grill anzuzünden“.
Wegen der starken Einbindung der Rettungskräfte fand die dritte Etappe der Tour de France zwar im Département Pyrénées-Orientales in der Nähe des Waldbrandes statt, sie wurde aber ohne Zuschauer am Straßenrand ausgetragen.