Die Hitzewelle in Frankreich sollte in den kommenden Tagen auch in der Bretagne noch schlimmer werden und laut Météo France bis mindestens zum 14. Juli anhalten. Bei extrem hohen Temperaturen kämpfen Feuerwehrleute gegen zahlreiche Waldbrände.
In Frankreich steigen die ohnehin schon seit Wochen hohen Temperaturen weiter an.
An der eigentlich eher kühlen nördlichen Atlantikküste gilt für neun Départements an diesem Freitag die höchste Hitze-Warnstufe ROT. Und fast das ganze Land erscheint vor dem Nationalfeiertag am 14. Juli in ORANGE. "Zwischen 39 und 40 Grad werden vom Poitou-Charentes bis zu Pays de la Loire und nach Centre-Val de Loire erreicht oder nur knapp verfehlt. In Paris erwarten wir 37 Grad“, teilt Météo-France mit.
Bereits am Mittwoch meldeten Canet-en-Roussillon (41,4 °C), Sète (41 °C) und Béziers (40,5 °C) neue Temperaturrekorde, so die Behörde.
Und laut Météo France dürfte die Hitzewelle "mindestens bis zum 14. Juli" anhalten.
Premierminister Sébastien Lecornu leitet am Freitag im Innenministerium eine ressortübergreifende Krisensitzung zur neuen Hitzewelle. Der Verband der Notfallärztinnen und -ärzte Frankreichs (Amuf) fordert "die sofortige Absage oder Verschiebung von Sportwettkämpfe im Freien“ für das ganze Land.
Brände wüten weiter
Während sich die Hitzewelle weiter ausbreitet und in vielen aufgeheizten Ballungsräumen schier unerträglich wird, kämpft Frankreich mit zahlreichen Waldbränden. Seit Anfang Juli sind bereits mehr als 7 800 Hektar vergebrannt.
Météo-France hält in fünf Départements im Südosten an der roten Waldbrandwarnung fest. "Die anhaltende Trockenheit, die extremen Temperaturen und die sehr geringe Luftfeuchtigkeit sorgen in weiten Teilen des Landes weiterhin für eine extreme Gefahrenlage“, erläutert der Wetterdient. Nach Angaben des Innenministers wurden "landesweit mehr als 325 Brandherde registriert“.
Einer der "größten Brände in der Geschichte des Départements Indre“ hat seit Mittwoch rund 800 Hektar Vegetation zerstört. Das Feuer gilt inzwischen als unter Kontrolle.
Mehr als 240 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt durch 60 Wasserabwürfe von Löschhubschraubern und sechs Einsätzen von Dash-Löschflugzeugen. Auch örtliche Landwirte halfen mit, die Flammen einzudämmen.
In den Pyrenäen entspannt sich die Lage derweil. Die Bewohnerinnen und Bewohner von neun weiteren Gemeinden, darunter Ille-sur-Têt, durften mit Genehmigung der Präfektur in ihre Häuser zurückkehren. Sechs Gemeinden bleiben jedoch weiterhin evakuiert. Das Feuer, das bereits mehr als 5 000 Hektar zerstört hat, ist noch nicht vollständig unter Kontrolle.
Auch in Savoyen geht der Kampf gegen die Flammen weiter. Bei dem Brand kam ein 22-jähriges Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ums Leben. Bis Mittwochabend hatte das Feuer rund 60 Hektar in unwegsamem Gelände erfasst.
Das Bergdorf Pralognan-la-Vanoise ist durch den Waldbrand von der Außenwelt abgeschnitten, die Straße dorthin ist blockiert. Zwischen 4 000 und 4 500 Menschen sitzen nach Schätzung der Bürgermeisterin Martine Blanc derzeit in dem Skiort fest.
Im Département Drôme - bei Die im Südosten Frankreichs - breitete sich das Feuer weiter aus und hat inzwischen eine Fläche von 3.000 Hektar erfasst. Nach wochenlanger Dürre in der Region sind die Feuerwehrleute jetzt Tag und Nacht im Einsatz.