Die USA sagen zu, bis August die formelle Genehmigung für den Verkauf von Tomahawk-Raketen und bodengestützten Typhoon-Startern zu erteilen. Die Zahl der Raketen bleibt geheim.
Die USA haben den Verkauf von Langstrecken-Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk an Deutschland genehmigt, teilte Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag mit. Zuvor hatte es Zweifel an einer geplanten Stationierung gegeben.
„Am Rande des NATO-Treffens in Ankara haben wir mit der amerikanischen Regierung vereinbart, dass wir amerikanische Tomahawk-Raketen kaufen und in Deutschland stationieren werden“, sagte Merz in einer Erklärung vor den Abgeordneten des Bundestags.
Damit schließen wir eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung“, so Merz.
„Gleichzeitig wollen wir eigene europäische Systeme entwickeln und in Europa stationieren.“
Merz ließ offen, wann er mit der Lieferung der Tomahawks rechnet.
Die Raketen werden vor allem von U-Booten und Kriegsschiffen aus gestartet. Sie können eine Reichweite von mehr als 1.600 Kilometern erreichen.
Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, die Verteidigungsminister beider Länder hätten am Dienstag eine Absichtserklärung für das Tomahawk-Geschäft unterzeichnet. Vorausgegangen waren Verhandlungen zwischen Merz, US-Präsident Donald Trump und ranghohen Sicherheitsvertretern beider Seiten.
In dem Schreiben sagten die Vereinigten Staaten zu, den Verkauf von Tomahawk-Raketen und bodengestützten Typhoon-Startsystemen bis August formell zu genehmigen. Die genaue Zahl der zu beschaffenden Raketen soll geheim bleiben.
Für Berlin zählt die Stationierung von Langstrecken-Marschflugkörpern wie dem US-Modell Tomahawk zu den zentralen Elementen der Abschreckungsstrategie gegenüber Russland.
Europäische Alternativen mit vergleichbarer Reichweite und Schlagkraft gibt es bislang nicht. Berlin und andere europäische NATO-Staaten bleiben damit bei diesen Waffen auf Washington angewiesen.
Moskau hat Iskander-Marschflugkörper in der Exklave Kaliningrad stationiert, die Ziele in europäischen NATO-Staaten erreichen könnten.
Am Mittwoch gab das Vereinigte Königreich bekannt, dass ein Dutzend europäischer NATO-Partner, darunter Deutschland, in den kommenden zehn Jahren gemeinsam rund 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) in die Entwicklung neuer präziser Langstreckenwaffen investieren wollen.
Nach Angaben der deutschen Regierungsquelle will Berlin etwa die Hälfte der Kosten des Projekts tragen.
Im Mai hatte Merz noch angedeutet, dass eine von Ex-US-Präsident Joe Biden angekündigte Stationierung von Tomahawk-Raketen in Deutschland nicht mehr kommen werde.
Zur Begründung verwies er damals auf erschöpfte Munitionslager infolge der Kriege im Iran und in der Ukraine.