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Trump will Grönland unter US-Kontrolle – Bolton sieht kalkulierte Provokation

John Bolton, ehemaliger US-Sicherheitsberater
John Bolton, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater der USA Copyright  Euronews
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Von Maria Tadeo
Zuerst veröffentlicht am
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Der frühere US-Sicherheitsberater John Bolton hält Trumps neue Forderung nach US-Kontrolle über Grönland für eine kalkulierte Provokation. Gegenüber Euronews sagte er, Trump mache solche Aussagen oft nur, "weil es die Leute wahnsinnig macht".

In einer Sondersendung von Euronews zum NATO-Gipfel in Ankara hat John Bolton die jüngsten Äußerungen von Donald Trump zu Grönland als Teil von dessen politischem Stil eingeordnet – weniger als konkretes Signal für die US-Außenpolitik.

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Trump hatte auf dem NATO-Gipfel erneut bekräftigt, Grönland müsse unter US-Kontrolle stehen. Das strategisch wichtige arktische Gebiet sei für die Sicherheit der Vereinigten Staaten unverzichtbar, argumentierte er. Zugleich warf er Dänemark vor, die Insel nicht ausreichend zu sichern.

Bolton: Trump setzt gezielt auf Provokation

Bolton, der Trump während dessen erster Amtszeit als nationaler Sicherheitsberater diente, sagte, der Präsident äußere sich seit Langem bewusst provokant, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

"Er provoziert die Leute ganz bewusst", sagte Bolton zu Euronews. "Warum redet er davon, Grönland zu übernehmen? Weil die Leute dadurch ausrasten. Darum geht es ihm."

Bolton erinnerte dabei auch an seine Zeit im Weißen Haus. Er schilderte einen Vorfall, bei dem Trump einen Teil eines Beitrags für soziale Medien ausdrücklich in Großbuchstaben diktierte, weil er nach Boltons Darstellung eine Reaktion provozieren wollte.

Trotz Trumps Kritik an mehreren Verbündeten, darunter Spanien, das der US-Präsident als "verlorene Sache" bezeichnete, bewertete Bolton die Ergebnisse des Gipfels insgesamt positiv.

"Ich halte die Abschlusserklärung, die einstimmig verabschiedet wurde, für eine gute Erklärung", sagte er. Das Ergebnis für die Ukraine sei "sehr positiv", auch wenn Präsident Wolodymyr Selenskyj "nicht alles bekommen hat, was er wollte".

In einem bilateralen Gespräch räumte Trump ein, dass sich sein Verhältnis zum ukrainischen Staatschef nach einem ersten Zusammenstoß im Oval Office im Jahr 2025 verbessert habe.

Bolton: NATO muss nicht jedes Jahr tagen

Bolton stellte zudem infrage, ob die NATO-Staats- und Regierungschefs weiterhin jedes Jahr zu einem Gipfel zusammenkommen müssen. Er verwies darauf, dass die Gipfelerklärung keinen Hinweis mehr auf ein Treffen in Albanien im Jahr 2027 enthalte. Daraus folgerte er, dass das Bündnis nicht verpflichtet sei, jährlich zu tagen.

"Es gibt keine Vorschrift, dass es jedes Jahr einen NATO-Gipfel geben muss", sagte Bolton. "Wenn man ein oder zwei Jahre aussetzen würde, ginge die Welt nicht unter."

Weniger Gipfel könnten seiner Ansicht nach auch das Risiko politischer Turbulenzen verringern – gerade angesichts der Unsicherheit über Trumps künftigen Kurs gegenüber dem Bündnis.

Der US-Präsident hatte sich auf dem Weg nach Ankara noch kritisch über mehrere Verbündete geäußert. Auf seiner abschließenden Pressekonferenz schlug er jedoch versöhnlichere Töne an und bezeichnete sie überwiegend als "gute Leute".

"Wer weiß, in welcher Stimmung Donald Trump in einem Jahr sein wird?", sagte Bolton im Gespräch mit Euronews.

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