In den Wäldern der Gemeinde Polanów läuft offenbar eine große Raubkatze frei herum. Ein Jäger filmte sie aus geringer Entfernung. Die Behörden suchten zuletzt intensiv nach dem Tier, das mittels die Aufnahmen von Experten als Puma identifiziet wurde.
Die Gemeinde Polanów in der Woiwodschaft Westpommern warnt die Einwohner vor einem Puma, der in den Wäldern bei Karsinka und Rekowo gesichtet wurde.
Die Kommunalverwaltung bat die Menschen, die Wälder und angrenzenden Flächen zu meiden, bis der Einsatz der zuständigen Dienste beendet sei. Außerdem setzte die Gemeinde einen Krisenstab ein. Er soll die Raubkatze möglichst schnell aufspüren und einfangen.
Die Nachricht über das Tier erreichte das Rathaus über die Förster. Ein Jäger hatte ihnen zuvor von einer ungewöhnlichen Begegnung berichtet. Er sah bei der Jagd eine große Katze und filmte sie aus kurzer Distanz mit seinem Handy.
Begegnung der unerwarteten Art
Maciej Wiórek von der Regionaldirektion der Staatsforste in Szczecinek sagte der Polnischen Presseagentur PAP, der Jäger sei dem Tier gleich zweimal begegnet.
„Zuerst sah er sie, als er am frühen Abend zur Jagd unterwegs war. Er machte Lärm, rief, damit das Tier sich zurückzieht. Es reagierte jedoch nicht. Erst nach einem Warnschuss bewegte es sich, und auch da mit großer Verzögerung. Es floh nicht, sondern ging nur ein paar Schritte zur Seite. Das kann bedeuten, dass der Puma bereits älter ist und schlecht hört", so Wiórek.
Einige Stunden später, in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli sei das Tier bis an den Hochsitz des Jägers herangekommen. Nach dessen Angaben lässt die Qualität der Aufnahmen kaum Zweifel an der Art des Tieres. „Alles deutet auf einen Puma hin“, betonte er.
Suche nach der Katze eingeleitet
In einer Mitteilung, die von Bürgermeister Grzegorz Lipski unterzeichnet wurde, werden die Bewohner gebeten, die Wälder in der Umgebung von Karsinka und Rekowo zu meiden. Wer das Raubtier sehe, solle sofort den Gemeindekrisenstab informieren. Im Rathaus sind bereits weitere Hinweise eingegangen. Das Tier soll erneut in der Nähe von Karsinka gesehen worden sein.
Gemeindesekretärin Dorota Buczkowska-Szalbierz erklärte gegenüber PAP, die Kommune arbeite mit einem Spezialunternehmen aus Szczecin zusammen, das wilde Tiere einfange.
Die Regionaldirektion der Staatsforste in Szczecinek kündigte an, Fotofallen zu installieren und Patrouillen der Forstschutzwache in das Gebiet zu schicken, in dem sich der Puma aufhalten könnte.
„Wir kennen dieses Gelände am besten. Und in den Wäldern sind jetzt viele Menschen unterwegs, das sieht man an den vollen Parkplätzen. Es ist Saison für Waldbeeren. Auch unsere Mitarbeiter sind im Wald, und uns ist ihre Sicherheit wichtig“, sagte Maciej Wiórek.
Bevor die Gemeinde ihre Warnung in sozialen Netzwerken veröffentlichte, legte sie die Aufnahmen Forschenden des Instituts für Säugetierbiologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften vor. Die Expertinnen und Experten bestätigten, dass alles darauf hindeutet, dass auf den Videos tatsächlich ein Puma zu sehen ist.
Puma-Meldungen in Westpommern nicht neu
Es ist bereits der nächste Fall dieser Art in den vergangenen Monaten in der Woiwodschaft Westpommern. Ende Januar veröffentlichte die Gemeinde Będzino eine ähnliche Warnung. Anlass war ein Hinweis auf ein Tier, das einer Puma oder einem Geparden ähnelte und zuvor von einer Fotofalle im Waldkomplex bei Strachomin aufgenommen worden war.
Trotz der eingeleiteten Maßnahmen ließ sich das Raubtier damals nicht finden. In freier Wildbahn kommen Pumas eigentlich ausschließlich auf dem amerikanischen Doppelkontinent vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Kanada über die USA, Mittelamerika und fast ganz Südamerika bis hinunter nach Patagonien.