Andy Burnham soll am Montag Keir Starmer als britischen Premier ablösen. Die Mehrheit im Abgeordnetenhaus steht hinter ihm, König Charles III. wird ihn voraussichtlich mit der Regierungsbildung beauftragen.
Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer hat am Mittwoch seinem Nachfolger in spe Andy Burnham seine "volle Unterstützung" zugesagt. Er bereitet sich derzeit auf die Amtsübergabe an den Premierminister in spe vor.
"Ich werde meinem Nachfolger meine volle Unterstützung geben. Ich möchte, dass diese Labour-Regierung erfolgreich ist", sagte er, als ihn Abgeordnete bei seiner letzten wöchentlichen Fragestunde im Parlament nach Ratschlägen für seinen Nachfolger fragten.
"Ich möchte, dass unser Land erfolgreich ist. Ich werde meine Unterstützung im Hintergrund geben, wenn man mich darum bittet, nicht öffentlich, wenn man mich nicht darum bittet."
Burnham wird von Gewerkschaften unterstützt
Burnham dürfte am Freitag zum Vorsitzenden der Labour-Partei gekürt werden. Er hat sich die überwältigende Unterstützung der 403 Labour-Abgeordneten und die Rückendeckung der großen Gewerkschaften gesichert.
Dank der komfortablen Mehrheit der Partei im Unterhaus mit 650 Sitzen wird er automatisch der nächste Premierminister.
Starmer hatte im vergangenen Monat seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor hatte er monatelang unter Druck gestanden, nach einer Reihe von Skandalen, Fehlgriffen und politischen Kehrtwenden zurückzutreten.
Sie belasteten seine zweijährige Amtszeit. Bei der Wahl 2024 hatte er seine Partei nach 14 Jahren in der Opposition zum Sieg geführt.
Premierminister-Wechsel sei "kein Wundermittel"
Abgeordnete aller Parteien wünschten Starmer alles Gute und dankten ihm für seinen Dienst an der Öffentlichkeit. Sie forderten ihn außerdem auf, dafür zu sorgen, dass England das WM-Halbfinale am Mittwoch gegen Argentinien gewinnt und am Sonntag im Finale Spanien schlägt.
Selbst die konservative Parteichefin Kemi Badenoch schlug versöhnlichere Töne an, kritisierte Starmer aber mit den Worten: "Er hat sich lange darüber lustig gemacht, dass ich die Kontrolle über meine Partei verloren hätte. Er hätte besser auf seine eigenen Hinterbänkler achten sollen statt auf meine."
"Ein Wechsel im Amt des Premierministers ist kein Wundermittel. Es könnte sogar sein, dass die Probleme der Labour-Partei gerade erst beginnen", fügte Badenoch hinzu.
"Um die grundlegenden Probleme in diesem Land zu lösen, braucht es schwierige Entscheidungen." Burnham wird damit zum siebten britischen Premierminister binnen eines Jahrzehnts.
Die Abgeordneten spendeten lautstarken Applaus, als der bekennende Fußballfan Starmer sich vom Rednerpult in der Mitte des Plenarsaals mit einem deutlichen "Goodbye" verabschiedete. Er erklärte, er habe um 20.00 Uhr MEZ einen Termin mit seinem Fernseher für das WM-Spiel.
"Dies ist das Ende meiner politischen Reise", sagte er, obwohl er vorerst Abgeordneter bleiben will.
"In zwei Jahren an der Regierung hinterlasse ich das Land in einem besseren Zustand, als ich es vorgefunden habe. Ich bin stolz auf alles, was wir erreicht haben."
Neben ihm saß Finanzministerin Rachel Reeves, die im nächsten Kabinett wohl ihren Posten verlieren wird. Sie hatte Tränen in den Augen.