Schon im Juni hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Überprüfung angekündigt, die mehrere Monate dauern kann. Europa soll in der NATO mehr Eigenverantwortung für seine Verteidigung übernehmen.
Die USA haben die Überprüfung ihrer Militärpräsenz in Europa eingeleitet. Dies teilte der zuständige Staatssekretär Elbridge Colby auf der Plattform X mit.
Die Entscheidung sei "darauf ausgelegt, sicherzustellen, dass sich die NATO schnell und unumkehrbar darauf zubewegt, dass Europa die Hauptverantwortung für seine konventionelle Verteidigung übernimmt", schrieb Colby, der US-Vizeverteidigungsminister ist.
"Das Ergebnis dieser Überprüfung wird sein, dass der Übergang der NATO zu einem stärkeren, ausgewogeneren und nachhaltigeren Bündnis beschleunigt wird", fügte Colby hinzu.
Schon vor einem Monat hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die NATO-Partner informiert, dass Washington eine solche Überprüfung plane.
"Dies wird eine echte Überprüfung. Sie soll sicherstellen, dass die NATO sich schnell und unumkehrbar in Richtung eines Europas bewegt, das führt und die Hauptverantwortung für die Verteidigung Europas übernimmt", hatte auch Hegseth beim NATO-Treffen mit seinen Amtskollegen im Juni in Brüssel bekräftigt und gewarnt: "Es ist eine Überprüfung, bei der einige Länder durchfallen werden und andere mit Bravour bestehen."
In seiner Rede im NATO-Hauptquartier in Brüssel hatte Hegseth Donald Trumps wiederholte Kritik aufgegriffen und den europäischen Verbündeten ihre Reaktion – oder deren völliges Ausbleiben – auf den US-israelischen Krieg in Iran vorgeworfen, einschließlich der Weigerung, US-Truppen für Angriffe den Zugang zu Stützpunkten in Europa zu gewähren.
Hegseth hatte zudem gedroht, den finanziellen Beitrag seines Landes zur NATO zu kürzen, falls die Partner ihre Zielvorgaben für Verteidigungsausgaben nicht erreichen.
Auch US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Bündnispartner wiederholt scharf angegriffen. Der Schritt kommt also für die europäischen Verbündeten nicht überraschend.
Im vergangenen Monat hatte Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, die Verbündeten hätten seit Längerem gewusst, dass die USA ihre Truppen irgendwann aus Europa abziehen wollen, und betont, das Bündnis müsse in der Lage sein, seine eigene Sicherheit zu gewährleisten.
"Wir wissen, dass wir mehr tun müssen, und wir tun es", hatte Merz zugesagt.
In den vergangenen Monaten haben die europäischen Verbündeten und Kanada auf die wachsende Unsicherheit über die Sicherheitszusagen aus Washington reagiert und ihre Bemühungen beschleunigt, ihre eigenen Defensivfähigkeiten auszubauen, unter anderem mit hohen Militär- und Verteidigungsinvestitionen.
Vor dem jährlichen NATO-Gipfel in Ankara Anfang dieses Monats hatten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärt, die NATO müsse europäischer werden, um ihre seit Langem bestehende Abhängigkeit vom US-Sicherheitsdach zu verringern.
"Wir können nicht so weitermachen wie bisher und uns übermäßig auf die Vereinigten Staaten verlassen. Wir brauchen ein deutlich stärkeres Europa in einer stärkeren NATO", sagte Rutte und lobte eine "beispiellose" Transformation, die eine engere Zusammenarbeit zwischen EU und NATO angestoßen habe.