Ein Mann soll in der Nacht auf Dienstag das Marienheiligtum Medjugorje in Bosnien und Herzegowina verwüstet haben. Er beschmierte mehrere Marienstatuen mit schwarzer Farbe und hinterließ Parolen wie "Teufel im Rock". Die Polizei nahm den Verdächtigen fest.
In Bosnien haben Unbekannte in der Nacht auf Dienstag den Wallfahrtsort Medjugorje verwüstet. Die als "Königin des Friedens" verehrte Marienstatue wurde mit schwarzer Farbe beschmiert. Auf ihrem Sockel hinterließen die Täter den Schriftzug "Diavolo con la gonna" ("Teufel im Rock").
Auf Aufnahmen von Überwachungskameras ist zudem zu sehen, wie eine Person den Außenaltar hinter der Kirche Sveti Jakov (Sankt Jakobus) in Brand setzt. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden und beschädigte lediglich den Altar, der erst vor Kurzem renoviert worden war. Auch das sogenannte "Croce Blu", ein beliebter Treffpunkt für Pilger, wurde Ziel der Attacke.
Dort entdeckten die Verantwortlichen weitere Schmierereien. Am Zaun neben dem Marienmonument hing außerdem ein Banner mit den Namen der "Seher von Medjugorje" – jener Menschen, die seit 1981 von Marienerscheinungen berichten. Daneben stand auf Polnisch: "Sie sind Betrüger, ich habe Beweise."
"Im Jahr der Feierlichkeiten zu Franz von Assisi, der Bewerbung der Weihnachtskrippe als UNESCO-Weltkulturerbe und am Vorabend der Einweihung des spirituellen Franziskuswegs sind derart ungeheuerliche Provokationen gegenüber Millionen von Gläubigen inakzeptabel", erklärte Italiens Tourismusminister Gianmarco Mazzi in einer Mitteilung.
Am Nachmittag nahm die bosnische Polizei in der Stadt Černo bei Ljubuški, rund 15 Kilometer vom Wallfahrtsort entfernt, einen 31-jährigen polnischen Staatsbürger fest. Dank der Aufnahmen der Überwachungskameras konnte der Mann identifiziert werden. Er steht im Verdacht, die Vandalenakte begangen zu haben, und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Nach bosnischem Recht drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Das Motiv ist bislang unklar. Nach Angaben der Polizei hatte ein junger Pilger den Verdächtigen in der Nähe des Wallfahrtsortes bemerkt und versucht, ihn aufzuhalten. Auf die Frage, ob er Pole sei, habe der Mann geantwortet, er sei Niederländer.
Auch die italienische Abgeordnete Maria Grazia Frijia von der Regierungspartei Fratelli d’Italia verurteilte den Vorfall. "Jeder Akt von Vandalismus gegen Orte des Glaubens ist eine Beleidigung der Religionsfreiheit und der Werte des friedlichen Zusammenlebens. Deshalb müssen wir jeder Form von antichristlichem Hass, Intoleranz und Gewalt mit einer kulturellen, politischen und institutionellen Antwort entgegentreten. Solche Vorfälle dürfen nicht unterschätzt werden, weil sie ein Klima wachsender Feindseligkeit gegenüber Menschen fördern können, die ihren Glauben offen leben", erklärte sie.