Madrid rüstet sich für schwere Stunden, höchste Alarmstufe vielerorts in Portugal: Welche Länder sind bisher am stärksten von Waldbränden betroffen?
Spanien ist das EU-Land, das von den diesjährigen Waldbränden bisher am stärksten betroffen ist. Gemessen an seiner Fläche verzeichnet es 2026 den höchsten Anteil verbrannter Gebiete in Europa.
Das sind mehr als 200.000 Hektar, rund 0,4 Prozent des Staatsgebiets, wie das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der EU mitteilt.
Am Sonntag warnte Ministerpräsident Pedro Sánchez vor schweren Stunden. Zuvor hatten die Behörden mehr als 90.000 Menschen aus Gebieten rund um Madrid und Ávila in Sicherheit gebracht.
Auch das Nachbarland Portugal erlebt eine extreme Brandsaison. Dort ist mit 0,3 Prozent der zweitgrößte Anteil verbrannter Flächen in der EU registriert worden.
Am Montag stufte der Zivilschutz alle Bezirke im Norden und in der Mitte Portugals sowie den südlichen Bezirk Faro an der Algarve in die höchste Waldbrandwarnstufe ein.
Noch dramatischer ist die Lage in einigen Nicht-EU-Staaten wie der Ukraine oder Montenegro, die sogar noch höhere Brandraten melden.
Waldbrände 2026: Ausmaß der Schäden wächst
Auch Frankreich ist stark betroffen. Dort mussten rund 260.000 Menschen ihre Häuser verlassen, am schwersten traf es das südwestliche Département Gironde.
Insgesamt steuert die EU auf ihre wohl schwerste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen zu.
Bislang wurden in der EU im Jahr 2026 bereits rund 1.200 Brände registriert. Das ist mehr als doppelt so viel wie der jährliche Durchschnitt von 569 Feuern, berichtet das Waldbrand-Informationssystem der EU.
Nach Zahlen der Europäischen Kommission sind bisher mehr als 250.000 Hektar verbrannt. Das entspricht in etwa der Fläche Luxemburgs.
Da ein großer Teil des Sommers noch bevorsteht, dürfte die Gesamtfläche den Rekord von 2025 mit mehr als 270.000 Hektar übertreffen.
Waldbrände: Folgen für Umwelt und Klima
Copernicus schätzt, dass die Brände des Jahres 2026 bereits mehr als acht Tonnen CO₂ in der EU freigesetzt haben.
Eine durchschnittliche Bürgerin oder ein durchschnittlicher Bürger verursacht im Jahr rund 5,55 Tonnen CO₂.
Für diese Woche sagen Meteorologinnen und Meteorologen zudem „unterdurchschnittliche Niederschläge“ voraus. Die Lage dürfte sich daher weiter zuspitzen. Das stärkste Defizit an Regenmengen reicht demnach von Frankreich über die Alpen bis in den Balkan.
„Überdurchschnittliche Niederschläge werden für Skandinavien und Nordeuropa erwartet, mit dem größten Überschuss über Skandinavien“, teilte Copernicus mit.