Extreme Hitze und ausgedörrte Böden verschärfen die Waldbrandgefahr in Europa. In Belgien, Griechenland, Portugal, Spanien, Kroatien und Frankreich kämpfen Einsatzkräfte gegen teils massive Brände.
Europa kämpft mit einer Serie von Wald- und Flächenbränden. Auslöser sind extreme Hitze und ausgedörrte Böden nach einem historisch heißen Sommer, der bereits tausende Todesfälle mitverursacht hat.
Forscher führen die immer häufigeren und heißeren Hitzewellen auf den menschengemachten Klimawandel zurück.
Belgien: Großbrand bedroht deutsche Grenzstadt
Löschflugzeuge und Traktoren von Landwirten unterstützen die Feuerwehr bei Belgien größtem Waldbrand der jüngeren Geschichte. Das Feuer wütet in einem schwer zugänglichen Gebiet nahe der deutschen Grenze. In der Grenzstadt Monschau ordneten die Behörden wegen der zunehmenden Gefahr eine teilweise Evakuierung an.
Militärhubschrauber und Traktoren bringen zusätzlich Wasser in das Gebiet, um die Flammen einzudämmen. Der Brand liegt in einem Naturschutzgebiet, das nur schwer erreichbar ist und als größter Waldbrand der jüngeren belgischen Geschichte gilt.
Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar. Die verbrannte Fläche hat sich von 80 Hektar, rund null Komma acht Quadratkilometer, am Freitag auf fast 3.000 Hektar, etwa 30 Quadratkilometer, am Sonntag ausgeweitet.
Belgien erlebt wie große Teile Europas seit einigen Tagen eine neue Phase heftiger Hitze und Trockenheit.
Am Freitag stiegen die Temperaturen mancherorts auf bis zu 37 Grad. Damit herrschen ideale Bedingungen für neue Brandausbrüche.
Griechenland: Zwei Tote bei Bränden auf Salamis
Auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen sind nach Angaben der Feuerwehr zwei Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden von beliebten Stränden in Sicherheit gebracht, nachdem dort zwei Brände ausgebrochen waren.
"Mehr als 570 Menschen wurden mit Patrouillenbooten der Küstenwache und anderen Schiffen evakuiert", sagte ein Sprecher der Küstenwache der Nachrichtenagentur AFP.
Griechenland blieb von den extremen Temperaturen der jüngsten Hitzewelle in Europa zunächst weitgehend verschont. Seit Ende Juli erlebt das Land jedoch mehrere schwere Waldbrände, angefacht von starken Winden.
Nach Angaben der Feuerwehr sind in den vergangenen 24 Stunden landesweit 36 neue Brände ausgebrochen.
Portugal: Feuerwehr kämpft gegen mehrere Brände
In Portugal kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen eine ganze Reihe von Bränden.
Bei einem Feuer nahe der Grenze zu Spanien, in der Nähe des Dorfes Dine, erlitten nach Berichten lokaler Medien fünf Feuerwehrleute leichte Verletzungen, als ihr Fahrzeug in Brand geriet.
Die Einsatzkräfte bekämpfen nach Angaben der Zivilschutzbehörde ANEPC weitere Feuer in Grenznähe, unter anderem bei Boticas und Chaves.
Spanien: Soldat stirbt bei Löscharbeiten in Aragón
Ein spanischer Soldat ist am Sonntag bei Löscharbeiten an einem großen Waldbrand in Aragón ums Leben gekommen. Das teilte der Regierungschef der nordöstlichen Region mit. Die Behörden setzen nach seinen Angaben das größte Löschkontingent in der Geschichte der Region ein.
Aus Frankreich sollen zusätzliche Einsatzkräfte kommen, um den Brand einzudämmen. Das Feuer war am Montag ausgebrochen und bedroht ein rund 1.000 Jahre altes Kloster.
Kroatien: Festnahmen nach mutmaßlicher Brandstiftung
Die Polizei in Kroatien hat nach eigenen Angaben vier Menschen festgenommen. Sie sollen für einige der Brände verantwortlich sein, die in den vergangenen Tagen Teile der Adriaküste erfasst haben.
Den vier Verdächtigen wird vorgeworfen, Feuer gelegt zu haben, die Kiefernwälder und Olivenhaine verbrannten. Kroatien kämpft derzeit mit einer ganzen Welle von Bränden, angefacht durch Trockenheit und Hitze.
Frankreich: Großbrand im Département Landes stabilisiert
Im Département Landes im Südwesten Frankreichs melden die Einsatzkräfte einen Großbrand als stabilisiert. Die Flammen haben dort 1.700 Hektar Land zerstört.
Der zuständige Präfekturbeamte Gilles Clavreul sprach von einer "günstigen" Entwicklung der Lage. Die Temperaturen sind gesunken, am Nachmittag werden 28 Grad erwartet, statt 40 Grad am Donnerstag beim Ausbruch des Feuers. Zugleich ist die Luftfeuchtigkeit gestiegen.
Der örtliche Präfekt kündigte an, dass eine erste Gruppe der 650 wegen des Feuers evakuierten Menschen bereits am Sonntagabend in ihre Häuser zurückkehren darf.