Die EU plant die größte Tabaksteuerreform seit über zehn Jahren: Mindestabgaben auf Zigaretten plus 139 Prozent, EU-Mindeststeuern für Vapes, Erhitzttabak, Nikotinbeutel.
Nach Angaben der Europäischen Kommission haben die bestehenden Tabakvorschriften den Zigarettenkonsum zwar gesenkt, sie halten jedoch nicht mit dem schnellen Wachstum neuer Nikotinprodukte und der Online-Vermarktung Schritt.
Das Europäische Parlament hat im Juni 2026 keine formelle Stellungnahme zu dem Vorschlag abgegeben. Die Gesetzespläne bleiben jedoch im Rat der Europäischen Union auf der Tagesordnung. Dort müssen alle 27 Mitgliedstaaten einstimmig zustimmen, bevor sie Gesetzeskraft erhalten können.
Rund 24 Prozent der Europäerinnen und Europäer rauchen weiterhin, jedes Jahr werden in der Union etwa 300 Milliarden Zigaretten verkauft. Tabakbedingte Krankheiten führen jährlich zu rund 700.000 Todesfällen und verursachen geschätzt 25 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben.
Ein großer Teil des Problems betrifft jüngere Rauchende, die zunehmend zu alternativen Nikotinprodukten wie E-Zigaretten, erhitzten Tabakgeräten und Nikotinbeuteln greifen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 11,6 Prozent der Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren in der europäischen Region solche Produkte nutzen. Diese gelten zwar meist als weniger schädlich als Zigaretten. Fachleute warnen jedoch, dass sie weiterhin Risiken bergen, weil sie abhängig machendes Nikotin und andere gesundheitsschädliche Stoffe enthalten.
Die vorgeschlagene Richtlinie würde Mindestverbrauchsteuern für neue Nikotinprodukte einführen und das Rückverfolgungssystem der EU für Tabakwaren auf Rohtabak ausweiten. Nach Angaben der Kommission sollen die Maßnahmen Steuerunterschiede zwischen den Produkten verringern, Nikotinprodukte verteuern und den illegalen Handel eindämmen. Ziel ist eine „Tobacco-Free Generation“ bis 2040. Wenn die Richtlinie beschlossen wird, steigen die Preise für Zigaretten und viele alternative Nikotinprodukte, und die Kosten für Tabakunternehmen nehmen zu.